Die chemische Industrie steht vor enormen Herausforderungen durch geopolitische Spannungen, volatile Rohstoffpreise und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Cybersecurity. Robuste, flexible S&OP-Prozesse und geeignete Systemunterstützung sind entscheidend, um auf Veränderungen zu reagieren, Prozesse effizient zu gestalten und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die chemische Industrie spielt als Lieferant von Basisstoffen und Zwischenprodukten eine Schlüsselrolle in der globalen Wertschöpfungskette, ist jedoch dadurch besonders anfällig für Nachfrageschwankungen und Marktveränderungen. Der Peitscheneffekt verstärkt diese Schwankungen entlang der Lieferkette, das bedeutet, schon kleine Nachfrageänderungen bei den Endkunden können große Auswirkungen auf die Bestellmengen entlang der gesamten Supply Chain haben. Und je mehr Zwischenstufen eine Lieferkette hat, desto stärker schaukelt sich der Peitscheneffekt auf. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, sind eine präzise Nachfrageprognose, flexible Planungsprozesse und eine enge Abstimmung entlang der Lieferkette notwendig. Insbesondere die Spezialchemie verlangt zudem eine integrierte End-to-End Planungsstrategie, da die Komplexität durch zunehmende Kundenanforderungen und kleineren Produktionschargen steigt. Diese Planung wird unter Sales & Operations Planning (S&OP) zusammengefasst.
Der S&OP-Prozess
Die Planungslandschaft eines Unternehmens gliedert sich in strategische, taktische und operative Ebenen, wobei der Sales-&-Operations-Planning-Prozess auf der taktischen Ebene die Brücke zwischen langfristigen Zielen und operativer Umsetzung bildet. Der S&OP-Prozess ermöglicht die Synchronisierung von Absatz-, Produktions- und Bestandsplänen, um Unternehmen eine bessere Reaktion auf Nachfrageschwankungen und eine effektivere Steuerung der Produktion und Lieferung zu ermöglichen. Besonders in der Spezialchemie ist der S&OP-Prozess herausfordernd, da er präzise Prognosen und hohe Flexibilität erfordert, um auf branchenspezifische Schwankungen und regulatorische Anforderungen reagieren zu können. Um diese Synchronisierung von Absatz-, Produktions- und Bestandsplänen zu erreichen, gilt es den S&OP-Prozess im unternehmensweiten End-to-End-Planungs-Framework einzuordnen. Das Planungs-Framework von Valantic Supply Chain & Procurement Consulting (ehemals Höveler Holzmann) verfolgt einen End-to-End-Ansatz, der die gesamte Lieferkette vom Lieferanten bis zum Kunden abdeckt und durch den zentralen S&OP-Prozess integriert. Dieser ganzheitliche Ansatz hat sich besonders in der Spezialchemie als wertvoll erwiesen.
Absatz- und Bedarfsplanung
Die Absatz- und Bedarfsplanung ist ein zentraler Bestandteil des S&OP-Prozesses und kombiniert mathematische Prognosen mit qualitativer Validierung, um fundierte Absatz- bzw. Bedarfspläne zu erstellen. Unter Berücksichtigung mehrstufiger Produktionsprozesse wird der Bedarfsplan erstellt, der den mathematisch prognostizierten Absatzplan von Endprodukten auf Zwischenprodukte herunterbricht und wertvolle Markterkenntnisse aus Vertriebs- und Marketingkanälen durch qualitative Validierung der Fachabteilungen berücksichtigt.




