Die Pflicht, Arzneimittel zu serialisieren, betrifft immer mehr Märkte. Die spezifischen Anforderungen für konkrete Produkte, Zielmärkte und das jeweils vorhandene Produktionsumfeld unterscheiden sich sehr. Das führt zu vielen unterschiedlichen Konstellationen. Im Kern stellt sich die Frage: Wo im gesamten Produktionsprozess kann überhaupt am sinnvollsten serialisiert werden? Die Bandbreite der Möglichkeiten ist groß. Sie reicht vom Aufbringen der Serialisierungscodes bereits beim Druck der Offset-Bogen bis zum Serialisieren befüllter Faltschachteln in einem externen Versandlager. In vielen Fällen dürfte die pragmatischste Lösung sein, die Serialisierung nahe der Verpackungslinien durchzuführen. Sobald es sich um mehr als eine Verpackungslinie handelt, sind zwei unterschiedliche Wege denkbar. Entweder erfolgt die Serialisierung direkt in den Verpackungslinien. Das heißt, jede Linie wird mit entsprechender Technologie für die Serialisierung ausgestattet. Oder die Serialisierung erfolgt zentral für alle Verpackungslinien auf einer eigens dafür optimierten Anlage und die bestehenden Verpackungslinien bleiben nahezu unverändert. Beide Möglichkeiten werden im Folgenden vorgestellt.
Bei der Option, bestehende Verpackungslinien nachzurüsten, sind schon die baulichen Gegebenheiten mitunter der limitierende Faktor: Eine existierende Gesamtanlage lässt sich häufig nicht beliebig verlängern. Produktionsfläche ist kostbar und knapp. Zur Interpack zeigt Atlantic Zeiser mit der Mediline T&T deshalb ein Track-&-Trace-System, das die Anforderungen für Serialisieren, Etikettierung, Tamper-Evident-Versiegelung und Kontrollwiegen in einem einzigen, Workflow-optimierten Arbeitsschritt lösen kann. Kontrollwaage, Etikettierer und Tamper-Evident-Applikator sind dort bei Bedarf integriert. Die Schnittstelle zur Serialisierungs-Software Medtracker erlaubt es, befüllte Faltschachteln prozesssicher zu serialisieren. So lassen sich einzelne Module wie zum Beispiel Kontrollwaagen und Tamper-Evident-Applikatoren gegen nur ein einziges kompaktes All-in-one-Modul ersetzen, das in Summe weniger Produktionsfläche beansprucht als mehrere separate Einzelmodule. Diese Kombination ist überaus sinnvoll: Die neuen Herausforderungen für Pharmahersteller beziehen sich ja nicht nur auf die Serialisierungspflicht. In vielen Fällen wird auch gleich eine Tamper-Evident-Versiegelung der Faltschachteln vorgeschrieben.
Neben der äußerst kompakten Bauweise lag bei der Entwicklung der Mediline T&T ein besonderes Augenmerk auf höchster Flexibilität. Anwender sollen sich schnell auf unterschiedliche Formate oder Codierpositionen umstellen können. So erlaubt es eine neuartige Schnellwechseleinrichtung, die Seite der Kamera- und Druckeinheit werkzeuglos und ohne den Einsatz weiterer Komponenten mit wenigen Handgriffen in Minutenschnelle zu ändern. Das minimiert die Rüstzeit signifikant bzw. erspart die Investition in eine zweite Druck-/Kameraeinheit. Wichtig ist dieser Aspekt überall dort, wo es viele Job- und Formatwechsel gibt und die Codierung der Produkte nicht immer an einer identischen Seite auf den Faltschachteln erfolgt. Diese Lösung ist optimal für CMOs, um kostenoptimiert die Anforderungen ihrer Auftraggeber zu erfüllen.




