Die Autoren: Dr. Hans-Ulrich Heller, Produktionsleiter, Acino Pharma Werner Dietzmann, Gebietsverkaufsleiter, Diosna Dierks & Söhne
Die Granulation wird in einem Mischergranulator durchgeführt, wie er für die Feuchtgranulation üblich ist. Die Maschine besteht im Wesentlichen aus einem vertikalen, im oberen Bereich konischen Mischbehälter. Am Boden ist ein großes, langsam laufendes Mischwerkzeug angeordnet, am zylindrischen Mantel der schnell laufende Zerhacker.
Vor dem eigentlichen Granulierprozess wird mit dem Aufschmelzen des Granuliermediums begonnen. Mithilfe des starken Rührwerks im Schmelzkessel kann das bei Raumtemperatur feste Material schnell mit der Wandung in Kontakt gebracht und kontinuierlich durchmischt werden. Daraus resultieren verhältnismäßig kurze Vorbereitungszeiten.
Der eigentliche Herstellungsprozess beginnt mit dem Einsaugen der pulverförmigen Rezepturbestandteile in den Mischer. Dabei wird das Mischgut mit einer Lanze aus Fässern direkt in den unter Vakuum stehenden Mischbehälter eingesaugt. Dieses Vorgehen schützt den Mitarbeiter bei hochwirksamen Wirkstoffen. Nach einer kurzen Vormischphase, bei der sowohl das frequenzgesteuerte Hauptmischwerkzeug als auch der seitlich angebrachte Zerhacker in Betrieb sind, erfolgt die Zugabe der Granulierflüssigkeit. Dafür werden eine beheizte Pumpe und ein beheizter Schlauch eingesetzt, um ein Blockieren durch erstarrtes Granuliermedium zu verhindern.
Der Granulataufbau beginnt – abhängig von der Rezeptur – sofort nach Auftreffen der heißen Flüssigkeit auf die Pulveroberfläche durch das Abkühlen der Schmelze und das damit einhergehende Zusammenkleben der Pulverbestandteile. Große Bedeutung kommt hier den geeigneten Drehzahlen von Mischwerkzeug und Zerhacker zu, da diese sicherstellen, dass die Schmelze schnell verteilt wird.
Wesentlich ist auch der Aufgabepunkt für die Schmelze. Dieser befindet sich, bezogen auf die Drehrichtung, vor dem Zerhacker. Auch der genauen Einhaltung der Fördermenge der Flüssigkeit kommt eine besondere Rolle zu.
Ein Nichteinhalten dieser Parameter würde sofort eine partielle Überfeuchtung und als Konsequenz die Bildung von sehr harten Klumpen hervorrufen. Bei größerem Flüssigkeitsanteil ist ein wechselweises Granulieren und Kühlen nötig, um das Überhitzen empfindlicher Wirkstoffe zu vermeiden.
Eine Kalibrierung des abgekühlten Granulats durch eine dem Mischer nachgeschaltete Mühle ist in der Regel zusätzlich erforderlich.




