Mehr als 100 Rührwerke am belgischen Standort eines global tätigen Pharmakonzerns sind mit Gleitringdichtungen von Eagleburgmann ausgestattet. Angesichts der hohen Hygienestandards spielen Aspekte wie Zulassungen, Werkstoffe oder einfache und sichere Reinigbarkeit der Dichtungen eine zentrale Rolle. Die ersten Dichtungen hat Eagleburgmann bereits vor 30 Jahren in der belgischen Produktionsstätte eingebaut.
Die Dichtungen sind in Behältern mit einem Fassungsvermögen von 100 beziehungsweise 800 l installiert, in denen das Pharmaunternehmen Biokulturen für die Produktion von Impfstoffen herstellt. Die Behälter sind mit einem Rührwerk mit Untenantrieb und einem Schaumbrecher mit Obenantrieb versehen. Der Schaumbrecher beseitigt den Schaum, der durch den bakteriologischen Prozess auf dem flüssigen Produkt im Behälter entsteht. Aufgrund der zunehmend strenger gewordenen Richtlinien der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für die Produktion von Impfstoffen entschied sich das Pharmaunternehmen, die Antriebswelle der Schaumbrecher mit der Doppeldichtung HSMR von Eagleburgmann abzudichten. Diese Dichtung verhindert zuverlässig, dass bei Geschwindigkeiten von 1500 min-1weder das Produkt über den Wellendurchtritt in die Atmosphäre gelangt noch Mikroorganismen von außen in das Produkt dringen. Sie ist damit ein wichtiger Baustein, um die sterile Impfstoffproduktion sicherzustellen.
Von großer Bedeutung bei biotechnischen Prozessen ist das hygienische Design der Dichtungen. HSMR-Doppeldichtungen erfüllen diesen hohen Anspruch mit einer glatten, totraumfreien Oberflächenkontur. Zudem halten die Dichtungen während der Sterilisation über Zeiträume von 20 bis 60 min Temperaturen bis zu 121 °C stand, denn die Produktion unterliegt den Anforderungen zertifizierter Reinigungs- (CIP = Cleaning in Place) und Sterilisationsprozesse (SIP = Sterilisation in Place).
Die Gleitringdichtungen werden über SPU-Zirkulationspumpen von Eagleburgmann mit Sperrflüssigkeit versorgt. Für die Produktion der Biokulturen ist nur Dampfkondensat, das heißt, hochreines Wasser, als Sperrmedium zugelassen. Aufgrund der niedrigen elektrischen Leitfähigkeit weist das Dampfkondensat allerdings schlechte Schmiereigenschaften auf. Die Gleitflächen der Dichtung sind daher in Hart-Hart-Paarung ausgeführt und für eine bessere Verteilung des Dampfkondensats sorgen extrem präzise gefertigte hydrodynamische Nuten.
Es ließ sich dennoch nicht verhindern, dass die niedrige elektrische Leitfähigkeit der Sperrflüssigkeit zu Elektrokorrosion und damit zur Zerstörung der Gleitflächen führte. Die Herausforderung für Eagleburgmann bestand nun darin, den Gleitring und den produktseitigen Gegenring aus dem FDA-konformen Werkstoff Siliziumkarbid zu optimieren. Es wurde eine spezielle Siliziumqualität gefunden, die Elektrokorrosion und einer Verunreinigung der Biokulturen mit Siliziumkarbidpartikeln vorbeugt. Zusätzlich wurden die Werkstoffe für die O-Ringe und die Dichtung optimiert.




