Beim Handhaben von Schüttgütern erleben Anlagenbauer und -betreiber oft Überraschungen. Nicht so die Burgener AG: Das Schweizer Unternehmen erstellte eine komplexe Dosier- und Verpackungslinie zum automatischen Abfüllen pharma-zeutischer Zusatzstoffe. Automatisierungstechnik von Festo wie Zylinder im Hygienic Design, pneumatische Achsen, Ventilinseln, Wartungsgeräte und Sensoren lösen die Aufgabe ohne Probleme.
Was macht den Umgang mit Pulvern, Stäuben und Granulaten so schwierig? Während sich das eine Produkt leicht abfüllen lässt, neigt das nächste dazu, Brücken zu bilden, und ein anderes schießt wiederum wie eine Flüssigkeit durch die Leitungen. Es gibt Schüttgüter, die sich bei identischen Abfüllversuchen immer wieder unterschiedlich verhalten oder – schlimmer noch – erst beim vierten Abfüllversuch ins Stocken geraten und damit alle bisherigen Erkenntnisse zunichte machen. Meistens unterscheiden sich Partikel dabei nur minimal in der Größe und an der Oberfläche, sodass Abfüll- und Dosiervorgänge schlecht vorhersehbar sind.
Dosieren und verschweißen
Um das Verhalten von Schüttgütern richtig einschätzen zu können, ist also viel Erfahrung gefragt. „Genau diese konnten wir in über 50 Jahren seit Unternehmensgründung in der Entwicklung und Konstruktion von Dosier- und Verpackungsschweißtechnik unter Beweis stellen“, erklärt Simon Brantschen, Mitglied der Geschäftsleitung der Burgener AG im schweizerischen Visp am Fuße des Matterhorns. „Diese Erfahrung führte dann zu dem Auftrag eines globalen Herstellers chemischer Zusatzstoffe, eine maßgeschneiderte vollautomatische Verpackungslinie zu realisieren.“
Kennzeichen dieser Anlage ist die vollautomatische Verkettung der einzelnen Stationen, schnelle Durchlaufzeiten von einem
bis zwei Gebinden pro Minute und hygienisches Design. „Zum erfolgreichen Anlagenkonzept tragen dabei auch die Komponenten von Festo bei“, so Brantschen. „Diese sind dabei essenzieller Teil mehrerer Handhabungseinheiten und unterstützen das hygienische Design der Anlage durch ihre Ausführung in Edelstahl an kritischen Stellen.“
Kunststoffbeutel in Boxen
Die erste Station vereinzelt die ineinandergestapelten Boxen. In der zweiten Station werden diese für die nachfolgende Befüllung vorbereitet. „Jedes Gebinde muss intern mit einem Kunststoffbeutel ausgeschlagen werden“, erläutert Brantschen. Dazu entnimmt ein Handlingsystem mit Parallel- und Vakuumgreifern die Beutel aus einem Zuführmagazin. Diese werden aufgeblasen und finden in einer zuvor vorbereiteten Box ihren Platz.
Dabei wird der Beutel mit der Krempe über den Rand der Box gestülpt. Um das Greifsystem zu den Kunststoffbeuteln schwenken zu können, ist das Handhabungssystem mit einem DRRD-Schwenkantrieb sowie mit kolbenstangenlosen Antrieben DGC-K und Kompaktzylindern ADN und ADNGF ausgestattet. Allen pneumatischen Antrieben gemein ist die Zugehörigkeit zum Festo-Kernprogramm. Produkte aus dem Kernprogramm decken 80 % aller Automatisierungsaufgaben ab.




