Botox und Dermal Filler kommen millionenfach zum Einsatz. Die Substanzen sorgen für straffere Haut, wenn sich die Zellteilung verlangsamt. Leider sind sie sehr dickflüssig, sodass der Arzt oder das medizinische Personal sehr hohe Kräfte bei der Injektion aufwenden muss – was die Behandlung für den Patienten schmerzhaft machen kann. Mehr Komfort bieten Polymerspritzen, die speziell auf die Injektion hochviskoser Medikamente ausgelegt sind.
Die International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) verzeichnete 2013 über 23 Millionen chirurgische und nicht chirurgische, kosmetische Behandlungen weltweit. Über fünf Millionen entfielen auf Hautstraffungen mit Botulinumtoxin A (Botox), drei Millionen auf solche mit Hautfüllern, sogenannten Dermal Filler. Von den rund 160 kosmetischen Füllmaterialien ist Hyaluronsäure eines der bekanntesten. Sie ist natürlicher Bestandteil des Körpers, für den Nährstofftransport zuständig und sorgt durch ihre wasserbindende Eigenschaft für eine Polsterung zwischen den Zellen. Aus Hyaluronsäure hergestellte Füllmaterialien lassen die Haut um Mund und Nase wieder glatter aussehen, mindern Lachfalten und Fältchen im Augenbereich, korrigieren verloren gegangenes Volumen an Wangen oder Lippen. Die minimalinvasive kosmetische Behandlung dauert wenige Minuten bis zu einer halben Stunde, wobei die betroffenen Partien punktgenau unterspritzt werden. Für ein optimales kosmetisches Ergebnis ist eine genaue Dosierung und Applikation entscheidend.
Hyaluronsäure ist jedoch sehr dickflüssig. Daher sind hohe Betätigungskräfte bei der Injektion mit konventionellen vorgefüllten Glas-Luer-Lock-Spritzen erforderlich. Das wiederum erschwert das Dosieren für den Arzt und bringt nicht selten auch Schmerzen für den Patienten mit sich. Der hohe Druck kann sogar dazu führen, dass sich die Nadel von der Spritze löst und schlimmstenfalls die Verbindung zwischen Spritze und Nadel, der sogenannte Luer-Lock-Adapter, beschädigt wird. Um diesen Problemen vorzubeugen, hat Schott gemeinsam mit einem Pharmakunden eine Spritze für die Injektion hochviskoser Medikamente (HVD/Highly Viscous Drugs) entwickelt, die die Anwendung von Substanzen wie Hyaluronsäure deutlich vereinfacht.
Das Design dieser Spritze ist auf zwei wesentliche Punkte ausgerichtet, nämlich ein gleichmäßiges Gleiten des Spritzenkolbens mit geringem Kraftaufwand und den festen Halt für die Nadel. Die gleichmäßige Gleitreibung wird durch einen reduzierten Innendurchmesser und eine bessere Silikonisierung der Innenwand mit vernetztem Silikon erreicht. Dadurch lässt sich das Medikament präzise dosieren und verabreichen. Für eine stabile Verbindung zwischen Spritzenkörper und Nadel sorgt der integrierte Luer-Lock-Adapter. Dieser beugt Undichtigkeit vor und verhindert zusätzlich, dass sich die Nadel während der Injektion von der Spritze lösen kann.




