Der Deltapac ist ein optoelektronischer Sensor, der eine fehlerfreie Unterscheidung von Objekten, z. B. von Verpackungen und Faltschachteln, im lückenlosen Materialstrom ermöglicht. Grundlage hierfür ist seine Delta-S-Technologie: Vier Pinpoint-2.0-LEDs tasten die Stoß an Stoß einlaufenden Verpackungen ab und zwei hochauflösende Energiewaagen mit jeweils zwei Empfangselementen erfassen die Remissionen. Die Sick-Asic-Technologie Siric wertet die Remissionsverteilung aus, die durch die Kantenkonturen der Faltschachtelverpackungen hervorgerufen werden. Gleichzeitig blendet die integrierte Abstandsmessung mögliche Einflüsse aus dem Hintergrund zuverlässig aus. „Objektkonturen mit Radien zwischen 1 und 20 mm werden auf Schaltabstände zwischen 30 und 40 mm auf diese Weise sicher erkannt“, erläutert Knut Helmer, Key Account Manager Consumer Goods bei Sick in Düsseldorf. Dadurch ist der Deltapac in der Lage, einzelne Verpackungen im lückenlosen Produktstrom fehlerfrei zu zählen. „Das wiederum ermöglicht erst die physische, vor allem aber IT-mäßige Zusammenführung von Verpackungen zu Track- & Trace-fähigen Aggregationsstufen wie Bündeln, Versandkartons und Paletten“, so Daniel Sanwald, Produktmanager CPS bei Bosch Packaging Technology.
Im Rahmen des weitgefassten Begriffs Track & Trace spezialisiert sich der Produktbereich Pharma von Bosch Packaging Technology auf die Themen Bedruckung, Verifikation, Wiegen, Etikettieren, Tamper-Evident-Sicherheitsversiegelung sowie die Aggregation der Verpackungen zu handhabungsgerechten und versandfähigen Mehrfacheinheiten. Die Baureihe CPS ermöglicht modular kombinierbare Verpackungslinien, auf denen pro Minute bis zu 400 Faltschachteln verarbeitet werden können. „Die eingesetzten Druck- und Kontrollsysteme erfüllen dabei sämtliche Standards und die weltweiten gesetzlichen Vorschriften zur Kennzeichnung, Serialisierung und Aggregation von Faltschachteln in der Pharmaindustrie“, erklärt Daniel Sanwald. „Derzeit besonders streng sind die Regularien beispielsweise in der Türkei und in China – diese Länder bestehen bei Pharmaprodukten durch entsprechende Gesetze auf ein 100%iges Track & Trace von der Produktion bis zum Patienten.“
Das Detektieren und Zählen von Verpackungen im kontinuierlichen Materialstrom lässt sich grundsätzlich mit Standard-Lichtschranken lösen. Allerdings bedarf es hierzu „normalerweise“ einer mechanischen Vereinzelung, d. h. dem Ziehen einer Lücke zwischen den Verpackungen, damit deren Vorderkante zuverlässig erfasst werden kann. „Dies beeinträchtigt zum einen die Konstanz des Produktstroms, wodurch u. a. Kollisionen und Produktstaus entstehen können. Durch Fehlbestückungen beim Verpackungsgruppieren oder Mengenabweichungen auf Paletten kann so keine Sicherheit der Serialisierung gewährleistet bzw. nur mit großem Aufwand erreicht werden“, erklärt Sanwald. „Hinzu kommt, dass der Transport der Verpackungen en bloc kompaktere und damit platzsparendere Aggregationsmodule ermöglicht.“ Diese Vorteile lassen sich mit dem Deltapac umsetzen, denn er erkennt die Verpackungen einzeln im lückenlosen Materialstrom. „Gegenüber Kameralösungen bietet die Multitask-Lichtschranke den Vorteil, dass sie nicht neu eingestellt werden muss, wenn sich Form, Oberfläche und Geometrie ändern“, sagt Helmer. Und Sanwald ergänzt: „Bei ständig wechselnden Verpackungen ist dies in der Tat ein großes Problem.“




