Logistikimmobilien müssen speziellen Anforderungen hinsichtlich individualisierter Prozesse, der Gefahrgutlagerung oder des Brandschutzes gerecht werden. Immobilien für die Pharmaindustrie sind hochkomplex. Das zeigt sich bei der Entwicklung neuer Industrie- und Logistikflächen. Außerdem stellen Flächenknappheit, mangelnde Personalressourcen, langwierige Genehmigungsverfahren und das Image von Logistikimmobilien zusätzliche Herausforderungen dar.
In der Pharmalogistik erfordert der Fälschungsschutz von Arzneimitteln die Serialisierung als GMP-Prozess, also den Druck und das Management von individualisierten, nachverfolgbaren Arzneimittel-Verpackungen. Diese Aufgabe können Hersteller selbst verantworten oder in die Hände eines spezialisierten Logistikdienstleisters legen. Doch unabhängig davon, ob die Logistik in Eigenregie oder von einem Logistikdienstleister abgewickelt wird: Die Pharmaindustrie braucht Immobilien, die hohen Anforderungen hinsichtlich Gefahrgut, Brandschutz und individualisierten Prozessen gerecht werden.
Mangelnde Flächen
Der Bedarf ist hoch. Obwohl die Logistik derzeit etwa 3,5 Mio. m² Fläche pro Jahr entwickelt, soll bis 2025 branchenübergreifend ein Bedarf von rund 30 Mio. m² Logistikfläche entstehen. Das belegt eine Studie der Initiative Logistikimmobilien – kurz Logix – , die einen Ausblick auf die Zukunft von Logistikimmobilien und Standorten gibt.
Die mangelnde Flächenverfügbarkeit in Deutschland hat viele Gründe. Zum einen treibt der zunehmende Multi-Channel-Handel die Nachfrage in die Höhe, wodurch Flächen schnell vergriffen sind und die Preise steigen. Außerdem möchte die Bundesregierung bis 2030 den Flächenverbrauch auf weniger als 30 ha pro Tag verringern, weshalb kaum neue Flächen für Industrie und Logistik ausgewiesen werden.
Hinzu kommt, dass Industrie- und Logistikimmobilien ein Imageproblem haben. Insbesondere im Ansiedlungsprozess werden Projektentwickler und Logistiker mit Vorurteilen konfrontiert. Industrie- und Logistikimmobilien haftet mehr oder weniger das Image an, grau, platzraubend, umweltbelastend und vieles mehr zu sein.
Neue Wege
Doch es tut sich was. Die wachsende Bedeutung des Multi-Channel-Handels hat zu einer höheren Akzeptanz der Logistik in Politik und Gesellschaft beigetragen. Auch Logix, die Initiative Logistikimmobilien, arbeitet aktiv am Image und verleiht alle zwei Jahre den Logix Award für herausragende Logistikimmobilien in Deutschland, regt den Dialog und Forschungsarbeiten an. Die Forschung soll zu einem faktenbasierten Dialog und der Entwicklung innovativer Konzepte beitragen.
Zum Beispiel bieten sogenannte Brownfields, wie ehemalige Produktions- oder Militäralreale, Flächenpotenzial und eignen sich für die Revitalisierung. Die Entwicklung solcher Brachflächen ist mit hohen Auflagen und Aufwand verbunden, doch es lohnt sich angesichts des Flächenmangels. Die Logix-Studie „Zukunft der Logistikimmobilien und Standorte aus Nutzersicht“ ermittelte ein Wiedernutzungspotenzial von 630 000 m² städtebaulich relevanter Brachflächen.




