Wie kann die Sicherheit von Arzneimitteln noch gesteigert werden? Und wie schafft man es, die Zahl der Medikamente, die auf Verdacht vernichtet werden, weil im Herstellungsprozess möglicherweise etwas schief gegangen ist, deutlich zu reduzieren? Fragen, auf die Bausch+Ströbel in Kooperationj mit Partnern eine Antwort gefunden hat: Mithilfe von RFID-Chips wird die individuelle Nachverfolgbarkeit einer jeden Spritze während des gesamten Produktionsprozesses gewährleistet.
Sicherheit ist in der Medikamentenherstellung das A und O. Wenn nur eine minimale Unsicherheit besteht, dass mit einzelnen Spritzen einer Charge etwas nicht stimmen könnte, etwa, weil es zu Störungen bei der Abfüllung kam oder möglicherweise das falsche Etikett aufgebracht wurde, wird diese im Normalfall verworfen – zum Schutz der Patienten. Denn diese darf man unter keinen Umständen einem gesundheitlichen Risiko aussetzen. So kann es passieren, dass die komplette Produktion mehrerer Tage vernichtet werden muss, selbst wenn das Problem nur einen sehr kleinen Teil dieser Charge betreffen könnte. Beim weltweit wachsenden Bedarf nach Medikamenten ist das bedauerlich, von den Werten, die hier zum Teil unnötig vernichtet werden, ganz zu schweigen.
Neue Technologien helfen auch hier, diese Verluste zu minimieren. Denn wenn man weiß, welche Spritze genau zu dem Zeitpunkt abgefüllt oder etikettiert wurde, als es zu Problemen kam, kann man die betreffenden Objekte genau identifizieren und eben auch nur diese vernichten.
Möglich ist das nur, wenn jede einzelne Spritze auf ihrem Weg durch die Produktion zu jedem Zeitpunkt nachverfolgbar ist. Wann wurde sie gefüllt, wann kontrolliert oder verschlossen? Um dies zu erreichen, werden Spritzen mit einem kleinen RFID-Chip ausgestattet. B+S-Anlagen platzieren diese zusammen mit dem Nadelschutz. Jede Spritze hat nun ihren eigenen individuellen Code. Edgar Bauer, Regional Sales & Business Development Director bei Bausch+Ströbel: „Der RFID-Chip begleitet jeden Schritt im Lebenszyklus der Spritze, von der Abfüllanlage bis zum Pharmazeuten oder Arzt und liefert detaillierte Daten zum Produkt wie Abfüllort und -uhrzeit, Inhalt, Füllmenge und vieles mehr.“
Der große Vorteil gegenüber den bisher gängigen QR-Codes: die Verbindung zum RFID-Chip kann auch dann hergestellt werden, wenn es keine sichtbare Verbindung zum Primärpackmittel gibt. D.h., auch bei in Autoinjektoren montierten Spritzen kann der RFID-Chip ausgelesen werden.
„Der Pharmazeut befüllt die sterilen Einheiten mit dem gewünschten Medikament. Dabei stellen wir sicher, dass der Chip tatsächlich auslesbar und fälschungssicher ist. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil der Technologie ist, dass wir zu jedem Zeitpunkt der Produktion wissen, wo sich die jeweilige Spritze und in welchem Bearbeitungsstadium sie sich befindet. Tritt ein Problem in der Produktion auf, kann man das entsprechende Objekt punktgenau ausfindig machen“, sagt Bauer.




