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    GMP-konforme Skids für die modulare Produktion
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    Anlagen & Verfahren

    GMP-konforme Skids für die modulare Produktion

    Modulare, GMP-konforme Skids von SPT Proxima ermöglichen es, Planung, Beschaffung, Montage und Qualifizierung parallel zu denken.
    Veröffentlicht
    08. September 2025
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Anlagen & Verfahren

    Personalisierte Medikamente, kleinere Chargen und wachsender Innovationsdruck verlangen der Pharma- und Biotechindustrie immer kürzere Projektlaufzeiten ab. Wer zu spät kommt, verliert – nicht nur den Zugang zu Patienten, sondern auch Umsätze. Umso wichtiger wird daher die Frage: Wie kann der Anlagenbau diesen Anforderungen gerecht werden?

    Time-to-Market ist längst kein Marketing-Schlagwort mehr, sondern eine harte wirtschaftliche Größe. In klassischen Wasserfall-Projektmodellen entsteht allerdings häufig genau hier ein Problem: Planung, Beschaffung, Montage und Inbetriebnahme laufen sequenziell ab – mit langen Wartezeiten an den Schnittstellen zwischen Gewerken und Lieferanten. Wer etwa nach dem Basic Design noch monatelang auf Vergabeentscheidungen wartet, verliert zu viel Zeit. Doch was wäre, wenn sich große Teile dieser Arbeit parallelisieren ließen?

    Skids ermöglichen echte Parallelität

    Genau hier kommen die Skids von SPT Proxima – ein auf modulare Produktionsanlagen und Systemintegration spezialisiertes Unternehmen der Spiegltec Gruppe – ins Spiel. Die modular aufgebauten, vormontierten Prozesseinheiten umfassen eine funktionale Einheit, etwa eine Fermentationseinheit, ein Chromatografiemodul oder eine Puffertankeinheit, die komplett in der Werkstatt vorgefertigt, getestet und weitestgehend vorqualifiziert wird. Auf der Baustelle selbst muss sie dann nur noch angeschlossen und integriert werden. Die Vorteile liegen auf der Hand:

    • weniger Baustellenzeit, weniger Risiko durch parallele Gewerke
    • hohe Qualität durch Werkstattfertigung unter kontrollierten Bedingungen
    • optimiertes Layout durch 3D-Planung und eine kompaktere Bauweise
    • deutliche Beschleunigung der Gesamtprojektlaufzeit

    Während die Baustelle vorbereitet wird, laufen Design, Beschaffung, Bau und Test des Moduls bereits in der Fertigung. Der Ansatz, vorqualifizierte Skids einzusetzen, folgt der Logik des Engineeringspezialisten Spiegltec: Dessen Ansatz besteht aus einem ganzheitlichen EPCMV-Angebot (Engineering, Procurement, Construction Management & Validation), das Planung, Lieferung, Integration und regulatorische Absicherung aus einer Hand ermöglicht.

    GMP ab Werk

    Im regulierten Umfeld der pharmazeutischen Industrie ist GMP-Konformität zentral. Die Skids können so gebaut werden, dass sie nicht nur mechanisch, sondern auch qualitativ vorgeprüft sind – inklusive FAT (Factory Acceptance Test), also der Abnahmeprüfung beim Hersteller, sowie SAT (Site Acceptance Test), der Inbetriebnahmeprüfung am Einsatzort. Das reduziert nicht nur die Inbetriebnahmezeit vor Ort drastisch, sondern senkt auch Risiken im späteren Qualifizierungsprozess. Auch Validierungsleistungen können auf Wunsch übernommen werden – bis hin zur Unterstützung bei der Computervalidierung (CSV), die integraler Bestandteil vieler Projekte ist.

    Pharma

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    Kundenstandard statt Black Box

    Ein oft genanntes Vorurteil gegenüber modularen Lösungen lautet: „Das passt nicht zu unserem Anlagenstandard“, denn viele Kunden arbeiten mit festgelegten Equipmentspezifikationen – seien es Ventiltypen, Automatisierungsplattformen oder HMI-Standards. Die Sorge: Wenn das Skid-System nicht vollständig in die bestehende Welt integriert werden kann, steigen die Opex-Kosten durch doppelte Lagerhaltung und heterogene Wartung. Doch genau hier liegt ein zentrales Unterscheidungsmerkmal der SPT-Proxima-Skids: Statt eine starre „Black Box“ zu liefern, wird jedes Skid vollständig nach Kundenstandard konzipiert – von den Ventilen bis zur Steuerungsarchitektur. Ob Gemü-, ITT- oder Bürkert-Ventile, die Skid-Ausstattung passt sich an, nicht umgekehrt. Für die Betreiberseite bedeutet das: Keine doppelten Systeme, keine Insellösungen, sondern voll integrierte Funktionseinheiten mit bekanntem Standard-Equipment.

    Drei Projekte – ein Prinzip

    Ein internationaler Biotech-Kunde in Österreich stand vor der Aufgabe, seine Zellkulturkapazitäten erheblich zu erweitern. Benötigt wurden dazu unter anderem sechs zusätzliche Vorfermenter-Units für die drei zu installierenden Seed Trains. In einem Seed Train werden Mikroorganismen oder Zelllinien in mehreren Stufen vom Labormaßstab bis zum Produktionsmaßstab vermehrt. Spiegltec übernahm das komplette EPCM-Mandat für die Neuanlage – vom Design über die Ausschreibung bis zur Baustellenkoordination. SPT Proxima lieferte die als Skids aufgebauten Vorfermenter Units. Trotz Herausforderungen wie eingeschränkte Materialverfügbarkeit während der Bauphase konnte das Projekt innerhalb des Zeit- und Kostenrahmens umgesetzt werden. Die neue Linie wurde Anfang 2025 in Betrieb genommen – als größte Zellkulturproduktionsanlage im Netzwerk des Kunden. Weil Engineering und Lieferung Hand in Hand gingen, konnten Schnittstellen reduziert und das Projekt beschleunigt werden.

    Bei einem weiteren Projekt sollte eine etablierte Biotechanlage für höhere Durchsätze und eine präzisere Gradientenelution fit gemacht werden – ohne den laufenden Betrieb wesentlich zu stören. SPT Proxima plante und lieferte zwei modulare Chromatografie-Skids mit großem, flexiblen Durchsatzbereich von bis zu 2000 l/h. Zentral war dabei die nahtlose Integration in die bestehende Downstream-Processing-Anlage (Aufreinigung und Formulierung des Produkts) inkl. Anbindung an das bestehende Automatisierungssystem. Innerhalb von nur acht Monaten wurden die Skids gebaut, getestet (FAT) und im Frühjahr 2025 vor Ort beim Kunden installiert. Das Ergebnis ist eine moderne Skid-Technologie, die Prozesseffizienz und Flexibilität signifikant erhöht – bei minimaler Betriebsunterbrechung.

    Beim dritten Projekt handelt es sich um mobile Behälter für das Compounding und die finale Filtration von Wirkstoffen. Im Zuge des Tech-Transfers für einen neuen Prozesses eines Auftraggebers bei einem Lohnfertiger (CDMO) werden zur Integration in die bestehenden Produktionskapazitäten vier neue 100-l-Compounding-Behälter inklusive vollständiger EMSR-Technik installiert und in das bestehende Produktionssystem integriert (Hook-Up). Durch die 3D-Planung konnte das Behälterdesign mit sehr kleinen Abmessungen bei gleichzeitig sehr hohen Hygieneanforderungen umgesetzt werden. Die Behälter werden im Herbst 2025 beim Kunden in Betrieb genommen.

    Modular, aber nicht von der Stange

    Die Skids sind keine Serienprodukte, sondern individuell geplante Baugruppen, die exakt auf den Prozess und das Layout des Kunden abgestimmt sind. Das schließt sogar spätere Erweiterungen mit ein. Bereits in der Vorplanung (Concept Design) sollten Skids identifiziert und Platz für zusätzliche Skids vorgesehen werden, die später nach dem Prinzip Numbering-up ergänzt werden, etwa wenn Kapazitäten skaliert oder Prozesse intensiviert werden sollen. Das funktioniert auch bei GMP-Projekten. So wurden etwa in einem Biotechprojekt die Perfusionseinheit vorerst nur bis zum Concept Design als Platzhalter mit eingeplant. Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Hauptanlage werden diese Einheiten in nach ca. acht Monaten geliefert und implementiert.

    Spiegltec GmbH – engineering services, Brixlegg, Österreich

    Autor: Thomas Hechenblaickner

    Geschäftsleiter,

    SPT Proxima

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