Autor Peter-Christian Rehn Projektmanager, Bosch Packaging Technology
Um eine lange Haltbarkeit zu gewährleisten, produziert der saudi-arabische Medikamentenhersteller Tabuk Pharmaceuticals das antibiotische Cephalosporin als Pulver in sterilen Vials. Cephalosporin dient der Vorbeugung von Infektionen vor, während oder nach einer Operation sowie der Behandlung von Infektionen der Atemwege, der Haut oder anderen bakteriellen Erkrankungen. Zur idealen Lagerung erhalten Ärzte das Medikament als Pulver, dem dann vor dem Gebrauch lediglich ein geeignetes Lösemittel oder Wasser für Injektionszwecke (WFI) zugefügt wird.
Trotz seiner vergleichsweise kurzen Firmengeschichte zählt Tabuk Pharmaceuticals mit Tochtergesellschaften in über zwanzig Ländern zu den größten Medikamentenherstellern im Nahen Osten und in Nordafrika. Das 1994 gegründete Unternehmen entwickelt, produziert, vertreibt und vermarktet weltweit Marken-Generika und global zugelassene pharmazeutische Produkte. Zur Herstellung und Verpackung des pulverförmigen Medikaments Cephalosporin nutzte der Hersteller an seinem Standort in Tabuk separate Maschinen für jeden Prozessschritt. Die bestehende Pulverabfüllanlage erzielte aufgrund der Einzelanlagen nur eine maximale Ausbringung von 60 000 Vials pro Tag. Die wachsende Nachfrage und der Wunsch nach einer besseren Prozessqualität gaben den Ausschlag: Tabuk entschied sich für den Austausch der Maschinen.
„Unser Projekt hatte zwei Hauptziele: die Gesamtkapazität zu steigern und die Produktqualität zu verbessern“, erklärt Dr. Hussein Mahmoud, Vizepräsident Tabuk Plant Operation. Deshalb bat das Unternehmen die Experten von Bosch, ein maßgeschneidertes Linienkonzept für die bestehende 450 m2 große Produktionsfläche zu entwickeln, auf der die bisherigen Anlagen standen. Nach einer gründlichen Überprüfung des Komplettangebots für die neue Abfülllinie sowie des straffen Projektplans entschied Tabuk Pharmaceuticals, die ambitionierten Pläne in die Tat umzusetzen.
Die neue Linie besteht aus zahlreichen Komponenten, teilweise von unterschiedlichen Herstellern:
- Waschmaschine und Sterilisationstunnel von Bosch Packaging Technology
- Füll- und Verschließ- und Bördelmaschine ebenfalls von Bosch
- Reinstmediensystem und Sterilisationsanlagen von den Tochtergesellschaften Pharmatec und Schoeller-Bleckmann- Medizintechnik
- Inspektions- und Etikettiermaschinen eines Drittanbieters
„Mit Bosch haben wir einen Anbieter mit fundierter Linienkompetenz gefunden. Das Team hat es geschafft, die Anlagen innerhalb des engen Zeitrahmens perfekt in den begrenzten Raum zu integrieren“, erläutert Dr. Hussein. „Auf diese Weise haben wir exakt die Abfülllinie erhalten, die wir gesucht haben.“ Die Linie besteht aus einer RRN-2053-Waschmaschine und einem HQL-3480-Sterilisiertunnel, die die Behältnisse säubern, sterilisieren und entpyrogenisieren. Das Herzstück ist die AFG-3020-Pulverabfüllmaschine, die nach dem Vakuum-Druckluft-Prinzip arbeitet. Die Maschine füllt die Pulver präzise und völlig staubfrei in sterile Injektionsfläschchen. Nach der Stopfensetzung stellt die VRK-2005-Bördelmaschine sicher, dass die Vials zuverlässig verschlossen sind. Darüber hinaus lieferte Bosch auch eine Komplettlösung für die Herstellung, Lagerung und Verteilung von Wasser für Injektionszwecke (WFI) und Reinstdampf. WFI wird unter anderem in der Waschmaschine und zur Reinigung bestimmter Formatteile eingesetzt.




