Wenn es um die nachverfolgbare Kennzeichnung von verschreibungspflichtigen Medikamenten geht, sind unkomplizierte Track-and-Trace-Systeme gefragt. Ein Beispiel dafür ist das Traceable Quality System (TQS) von Wipotec-OCS. Nützliche Komponenten, die die Prozesssicherheit der Track-and-Trace-Anlagen bei Formatwechseln erhöhen, sind die Positionsanzeigen AP05 von Siko.
Die Wipotec-OCS GmbH ist auf Wäge- und Inspektionslösungen spezialisiert. Die Maschinen für Prozesse wie Drucken, Lesen und Etikettieren werden im Stammwerk in Kaiserslautern konzipiert und gebaut. Mit dem Track-and-Trace-System TQS hat das Unternehmen eine Lösung entwickelt, die hochmodular jegliche länderspezifischen Besonderheiten in der Medikamentenkennzeichnung vornehmen kann. Bei der Serialisierung geht es um die möglichen Prozessschritte Drucken, Lesen, Etikettieren und Wiegen, die die Maschine TQS-HC-A in sich vereint. Sie ist für Faltschachteln konzipiert, die mindestens 90 % der Medikamentenverpackungen im europäischen Markt ausmachen. Sie werden vorne und/oder hinten etikettiert, optional auch auf der Oberseite, und abschließend mit einer Hightech-Wägezelle von Wipotec präzise verwogen, um zu erkennen, ob die Schachteln vollständig bestückt sind. Fehlerhafte Produkte werden dabei automatisch aussortiert. Bei Bedarf ist es zudem möglich, Tamper-Evident-Labels aufzubringen, um die Verpackung manipulationssicher zu verschließen.
Wichtig für die Pharmakunden ist bei den oft langen Produktionslinien eine möglichst kompakte Track-and-Trace-Lösung. „Und nicht nur kompakt, sondern auch insgesamt möglichst unauffällig“, sagt Daniel Anders, Produktmanager Track-and-Trace bei Wipotec-OCS. „Eine komplizierte Anlage, die Abläufe zusätzlich behindert, ist nicht gefragt“, weiß der Produktmanager. „Die Akzeptanz seitens der Pharmaindustrie ist deutlich größer, wenn sich Track-and-Trace-Maschinen reibungslos ins Gesamtkonzept einfügen – und sich womöglich noch ein Zusatznutzen durch die Erweiterung ergibt.“ Letztlich kann eine Track-and-Trace-Maschine Prozesse vereinfachen. Beispielsweise lässt sich durch die erhobenen Daten das Warenmanagement wesentlich einfacher und komfortabler gestalten.
Elektronische Positionsanzeigen optimieren Formatwechsel
Eine kleine, aber überaus bedeutsame Komponente an der Maschine bietet zusätzliche Vorteile für die „Unauffälligkeit“ in der Gesamtlinie: die Positionsanzeigen AP05 der Siko GmbH für einen überwachten Formatwechsel, die optional eingesetzt werden können. Ein optimierter Formatwechsel hilft, den Chargenwechsel zwischen den verschiedenen Packungsgrößen zu erleichtern. Der Trend geht hin zu kleineren Chargen, d. h. auch zu häufigeren Wechseln. Das bedeutet, dass alle Aggregate meist mit zwei Achsen verstellt werden müssen. In einer TQS-HC-A können so bis zu 13 Siko-Anzeigen verbaut sein. Gut, wenn diese Verstellungen schnell, kontrolliert und prozesssicher vollzogen werden können. Die elektronischen AP05-Anzeigen sind busfähig und lassen sich in die Maschinensteuerung integrieren. Von hier werden die neuen Sollwerte für die nächste Faltschachtelgröße (die in der Maschinensteuerung in einer Rezeptliste für jedes Produkt hinterlegt sind) an die Positionsanzeige übertragen, die in deren Display unter dem aktuellen Ist-Wert erscheinen. Stimmen Ist- und Soll-Wert überein, springen die integrierten LED-Leuchten der Positionsanzeige auf Grün. Andernfalls leuchtet die LED Rot – Position noch nicht erreicht. Nur wenn alle LED-Anzeigen grün aufleuchten, ist die Maschine wieder betriebsbereit, und nur dann lässt sich der Produktionsbetrieb wieder prozesssicher aufnehmen. Falsche Einstellungen kommen so folglich nicht mehr vor. Der Bediener sieht anhand der LED-Leuchten klar, welche Verstellpunkte noch angepasst werden müssen. Ausschuss wird so vermieden und die Prozesssicherheit erhöht. „Wichtig ist uns die sichere Reproduzierbarkeit der Einstellungen“, so Daniel Anders, „damit jede Charge, jedes Produkt die gleiche präzise Codierung und gegebenenfalls Versiegelung erhält wie die vorherigen. Das gewährleistet die AP05. Ein weiterer Vorteil: Die Umrüstzeiten sind dank der Positionsanzeige bei einem überwachten Formatwechsel wesentlich kürzer und damit effizienter.“ Der Arzneimittelhersteller muss sich so nicht zu intensiv um diesen sekundären Prozess kümmern, sondern kann sich beispielsweise der aufwendigen Line-Clearance und Dokumentation widmen, die im Pharmabereich aus Qualitäts- und Sicherheitsgründen vonnöten sind.




