Digital Engineering ist für Bausch+Ströbel ein wichtiges Werkzeug, das die Entwicklungs- und Konstruktionsprozesse von Verpackungsmaschinen erheblich erleichtert. Mit dem Virtual-Reality-Center (VR) und Strömunssimulationen (CFD) stehen den Ingenieuren dazu Tools zur Verfügung, die sich in allen Projektstadien anwenden lassen.
Bausch+Ströbel stellt Abfüll- und Verpackungsmaschinen für die pharmazeutische Industrie her. Da das Angebotsspektrum sehr groß ist und die Maschinen in der Regel speziell auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden zugeschnitten sind, ist es selten möglich, einem Kunden ein für ihn passendes Modell in der Realität zu zeigen. Dank Virtual Reality gibt es jetzt aber einen Ausstellungsraum, in dem alle verfügbaren Anlagen gezeigt werden können. Ein spezieller Beamer projiziert die jeweilige Anlage auf eine Leinwand und der Betrachter kann mit einer speziellen 3-D-Brille an verschiedene Bereiche der Maschine gehen, diese von oben, von unten betrachten; die Perspektive des Bildes wird pausenlos neu für den jeweiligen Blickwinkel des Betrachters berechnet. Im Gegensatz zur Realität hat der Betrachter außerdem die Möglichkeit, Schnitte durch die Maschine zu zeigen oder durch die Maschine „zu fliegen“, sie quasi aus dem Blickwinkel eines zu befüllenden Vials zu betrachten.
Möglichkeiten, die nicht nur in der ersten Entscheidungsphase, sondern tatsächlich während des gesamten Projektverlaufs genutzt werden können.
Schon zu Beginn der Konstruktionsphase kann die geplante Anlage in Originalgröße dargestellt werden. Auf Wunsch kann sie auch gleich virtuell in den Raum gestellt werden, für den sie vorgesehen ist, sodass etwa Versorgungsleitungen optimal eingebunden werden. Schon in dieser Phase kann virtuelles Bedienpersonal an die Anlagen gestellt werden. Bei diesen Ergonomiestudien kann mit wenig Aufwand geprüft werden, ob die Bediener später in angenehmer Haltung ihrer Arbeit nachgehen können oder mit Handschuheingriffen alle wichtigen Teile der Maschine erreicht werden. Diesem Vorgehen liegen Ergonomiemodelle auf der Basis von statistischen Extremwerten zugrunde. Die gefundenen Ergebnisse können durch eine subjektive Validierung unter Einsatz von physikalischen Handschuheingriffen abgesichert werden. Virtual Reality kann so die bislang hier eingesetzten Mockups aus Holz oder Pappe ersetzen, was bereits von zahlreichen Kunden gerne in Anspruch genommen wird.
Die Überprüfung und Optimierung der Maschinenkonstruktion im letzten Drittel des Konstruktionsprozesses wird ebenfalls durch das Digital Engineering unterstützt. Durch die stereoskopische Darstellung im VR-Design-Review ist die Durchführung einfacher und effizienter. Es kann nicht nur überprüft werden, ob das erarbeitete Maschinendesign passt, mit wenig Aufwand können auch gleich notwendige Änderungen durchgeführt und dokumentiert werden. In dieser Phase kann außerdem eine FMEA-Studie (Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse) durch Virtual Reality erweitert werden.




