Die Nachfrage bei Desinfektionsmitteln ist durch die Corona-Pandemie nach wie vor hoch. Zahlreiche Unternehmen in der Prozessindustrie stellen ihre Produktion daher um. Allerdings muss hierbei der Explosionsschutz und die veränderte Konsistenz der Produkte beachtet werden. Wie man diese Probleme in den Griff bekommt, erläutert der Artikel.
Michael Musat, Vertriebsleiter bei der Rationator Maschinenbau GmbH, berihtet: „Besonders gefragt sind in der aktuellen Situation natürlich Desinfektionsmittel. Aber auch Handseifen und andere Hygieneprodukte werden so zahlreich verkauft wie schon lange nicht mehr.“ Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Unternehmen für eine Umstellung ihrer Produktionsverfahren, um die genannten Erzeugnisse herzustellen. Als Hindernis können sich jedoch die Anlagen in der Fertigung selbst erweisen: „Wer speziell Desinfektionsmittel produzieren möchte, muss aufgrund des entzündlichen Alkoholanteils eine explosionssichere Arbeitsumgebung gewährleisten“, so Musat. „Viele Abfüllanlagen sind hierfür jedoch nicht ausgelegt, da sie mit Medien arbeiten, die einen solchen Schutz nicht erforderlich machen. Hinzu kommt oftmals die Schwierigkeit, mit einer veränderten Viskosität des Mediums umzugehen. Lufteinschlüsse im Produkt stellen bei Anlagen mit Durchflusssystem ein Problem dar, weil die vorher festgelegte Menge nicht mehr in die Flaschen passt und so Überfüllungen auftreten können. Das gleiche gilt für schäumende Medien, die durch den notwendigen Druck im Vorratsbehälter bei der Dosierung ebenfalls überlaufen können. Dies ist gerade bei leicht entzündlichen Produkten kritisch.“ Wer sich zur Anschaffung zusätzlicher geeigneter Anlagen entschließt, muss außerdem bei den aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen mit langen Lieferzeiten rechnen, die einen kurzfristigen Umstieg in der Produktion deutlich erschweren.
Explosionssichere Abfüllanlagen mit flexiblem Dosiersystem
Abhilfe schaffen hier die kolbendosierten Abfüllanlagen von Rationator, die bereits mit einem TÜV-geprüften Ex-Schutz ausgestattet sind. „Der Vorteil unseres Robomat autoCIP/autoSIP Ex im Vergleich zu anderen Abfüllanlagen ist, dass sich der für leicht entzündliche Medien vorgeschriebene Explosionsschutz rein auf diese eine Anlage beschränkt und nicht auch beispielsweise die Flaschenzuführung oder die Verschlussstation mit einem solchen ausgestattet werden müssen. Damit können Kosten gespart und der Wartungsaufwand reduziert werden.“ Dies ist möglich, weil die Flaschen und Behälter durch das hauseigene Ratilight-Puck-System vollkommen sicher auf dem Transportband bewegt werden können. Dabei befinden sich die Gefäße in kleinen Modulen, sogenannten Pucks, die das Behältnis von unten umschließen und somit ein Umfallen und Verschütten des Mediums nahezu unmöglich machen. Auch beim Abfüllvorgang selbst entsteht dadurch kein Sicherheitsrisiko, da auch hier die Flaschen fest in ihren Transportformen stehen. Eine Vorrichtung zum Anschluss einer geeigneten Absauganlage stellt zudem sicher, dass die freiwerdenden Gase beim Abfüllen sofort aus dem Produktionsbereich entfernt werden.




