Um Blisterfolie zu bedrucken, nutzen Pharmazeuten, aber auch Verpackungsdienstleister und Folienhersteller bislang vor allem den UV-Flexodruck. Seine Stärke kann er speziell bei großen Auflagen bzw. großen Produktionslosen ausspielen. Denn solange nur selten Umrüstungen aufgrund wechselnder Produktionslose anfallen, sind vor allem die Kosten für Verbrauchsmaterial, primär die Druckfarbe, entscheidend für die Kosteneffizienz einer Anlage. Doch mit steigender Anzahl der Umrüstungen entstehen beim Flexodruck hohe Ausfall- und Rüstzeiten in ganz anderen Größenordnungen, sodass die Kosten für die Druckfarbe dann nahezu irrelevant werden. Und inzwischen zeichnet sich klar ab, dass Produktionsläufe künftig immer kleiner werden. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen geraten die Arzneimittelbudgets in vielen Ländern deutlich unter Druck, sodass die Pharmaunternehmen mit sinkenden Margen zu kämpfen haben. In einer solchen Situation soll möglichst wenig Kapital in Lagerbeständen gebunden werden, in diesem Fall entweder durch vorbedruckte Deckfolie und/oder lieferbereite Produkte, die nicht unmittelbar benötigt werden. Zum anderen ist zu beobachten, dass immer mehr Arzneimittel für bestimmte Patientengruppen „maßgeschneidert“ werden, zum Beispiel entsprechend typischer Krankheitsbilder der Patienten oder nach Geschlecht, Alter, Lebensweise usw. Von jedem einzelnen Medikament werden dann deutlich geringere Mengen produziert. Außerdem sind bei vielen Pharmaunternehmen die Patente für Blockbuster ausgelaufen. Auf der Suche nach neuen Bestsellern steigt der Bedarf an klinischen Tests mit ebenfalls relativ kleinen Losgrößen. Zudem hat jedes Land individuelle Vorschriften hinsichtlich der Bedruckung von Blisterverpackungen wie z. B. für Warnhinweise oder Warnsymbole. Alle diese Gründe tragen dazu bei, dass die Losgrößen tendenziell weiter sinken werden und häufig schon unter 100 000 Blister pro Produktion liegen.
Gleichzeitig sind die Produktionsverfahren und Verpackungsprozesse in der pharmazeutischen Industrie bereits heute hoch standardisiert und sehr effizient organisiert. Die reine Maschinengeschwindigkeit zu erhöhen ist häufig kaum noch wirtschaftlich möglich und würde allenfalls zu marginalen Effizienzsteigerungen führen. Die Effizienz einer Produktionsanlage steht und fällt damit hauptsächlich mit der Zahl und der Dauer ihrer Stillstände – zum Beispiel für Umrüstungen, die aufgrund der kleineren Produktionsläufe zwangsläufig zunehmen. Der Flexodruck kann kaum noch seine wichtigste Stärke – die geringeren Kosten für die Druckfarbe – ausspielen. Im Gegenteil: Er verlängert die Stillstandzeiten und verursacht damit hohe Betriebskosten, ohne dass der Anwender im Gegenzug den ursprünglichen Vorteil nutzen kann.
Einen wirtschaftlich sehr interessanten Ausweg bietet der DoD-UV-Inkjet-Digitaldruck. DoD steht für Drop on Demand. Dabei sorgen piezoelektrische Bauteile dafür, dass kleinste Tröpfchen durch mikroskopisch winzige Düsen auf das zu bedruckende Substrat geschossen werden. Durch UV-Licht im Bruchteil einer Sekunde getrocknet, ist die Bedruckung auf vielen verschiedenen Materialien äußerst langlebig und widerstandsfähig gegen Abrieb und Lösemittel. Aufbauend auf dieser Technologie hat Atlantic Zeiser mit der Digiline Blister ein volldigitales Drucksystem für Blisterfolien bis 330 mm Breite entwickelt, das sich problemlos in Blisterverpackungsanlagen inline integrieren lässt. Seine Produktionsgeschwindigkeit von bis zu 30 m/min entspricht dem maximalen Tempo einer gängigen Blisterverpackungsanlage. Optional ist das System aber auch in einer Nearline- und einer Rolle-zu-Rolle-Offline-Variante für die Vorproduktion und Just-in-time-Versorgung mehrerer Verpackungslinien verfügbar.




