Abb. 1 Die harten Gelatinekapseln Licaps bestehen nur aus Gelatine und Wasser
Abb. 2 Gleichgewichtsfeuchte ungefüllter Gelatinekapseln, die für zwei Wochen bei 20 °C unter verschiedenen Feuchtigkeitsbedingungen gelagert wurden
Bei den Verbrauchern von Nahrungsergänzungsmitteln erfreuen sich mit Flüssigkeit gefüllte Kapseln großer Beliebtheit. Um sowohl den Anforderungen der Produktion als auch den Wünschen der Kunden gerecht zu werden, müssen die Hersteller daher eine geeignete Kapselform wählen. Licaps beispielsweise vereint attraktives Aussehen mit innovativer Herstelltechnik.
Die vielseitigen Licaps-Kapseln von Capsugel lassen sich mit einem breiten Flüssigkeitsspektrum befüllen, wobei die Füllung als Lösung, Suspension oder Paste vorliegen kann (Abb. 1). Bei einer Lösung werden die Zutaten komplett im Trägerstoff gelöst, die entstehende Flüssigkeit ist transparent. Diese Form eignet sich für Öle, Vitamin E, Sägepalmextrakt, gelöstes Kava Kava oder Coenzym Q10. Bei der Suspension sind feine Feststoffteilchen in einer Flüssigkeit dispergiert, z. B. Ginseng, Aloe Vera und Weißdorn. Rezepturen mit einem Feststoffgehalt von über 25% gelten üblicherweise als Paste. Beispiele sind hierfür Tüpfelhartheukraut, Gingko biloba und Mariendistelsamen. Durch das Befüllen der Kapseln mit einer flüssigen oder halbflüssigen Masse werden hohe Genauigkeiten in Bezug auf Gewicht und Zusammensetzung erzielt. Die Schwankungsbreite liegt bei etwa 2,5%. Das bedeutet, dass jede Kapsel die Menge an Inhaltsstoffen enthält, die in der Beschreibung des Endproduktes angegeben ist.
Um die Gefahr des Auslaufens des Inhalts zu bannen, werden die Kapseln üblicherweise mit einer Banderole versiegelt. Hierzu wird ein dünnes Gelatineband an der Grenze der beiden Hälften um die Kapsel gewickelt. Die Licaps-Kapseln werden dagegen mit Hilfe der LEMS-Technologie (Liquid Encapsulation Microspray Sealing) verschlossen. Dieses Verfahren besteht aus drei Arbeitsschritten. Im ersten Schritt besprüht eine Maschine den Spalt zwischen den Kapselhälften mit einer Mischung aus Wasser und Ethanol. Dadurch wird die Schmelztemperatur der Gelatine gesenkt. Anschließend wird die Kapsel einer schonenden Wärmebehandlung ausgesetzt (40 bis 60 °C). Dabei schmilzt die befeuchtete Zone lokal auf und die beiden Kapselteile verbinden sich, ohne den Rest der Kapsel zu beeinträchtigen. Die Kapsel wird so fest verschlossen und die Gefahr des Auslaufens von Flüssigkeit ist gebannt. Im letzten Schritt verfestigt sich die Gelatine wieder bei Raumtemperatur.
Die harten Gelatinekapseln, die für Licaps eingesetzt werden, haben gegenüber anderen Kapselarten eine Reihe von Vorzügen. Sie bestehen nur aus Gelatine und Wasser und enthalten keine Weichmacher wie Glycerin oder Sorbit. Durch die Abwesenheit von Weichmachern verringern sich die Wechselwirkungen zwischen der Hülle und der Füllung. Das bedeutet, dass harte Gelatinekapseln auch mit Fischöl, Knoblauchmazerat oder Baldrianrezepturen gefüllt werden können, ohne dass die Kapseln unangenehmen Geruch verbreiten (Abb. 2). Darüber hinaus schützen harte Gelatinekaspeln die aktiven Substanzen vor Sauerstoff, denn die Durchlässigkeit der Kapselwand für Sauerstoff ist äußerst gering. Die Licaps-Kapseln haben außerdem eine hohe Temperaturtoleranz und können mit heißen Produkten bis zu 70 °C gefüllt werden.




