Regulierungsbehörden kontrollieren Pharmadienstleister weltweit. Für jeden Markt gelten spezifische Anforderungen. Zudem verlangen Arzneimittelhersteller immer stärker nach individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Lösungen. Die Herausforderung: Pharmadienstleister müssen nicht nur zuverlässige Verfahren für die aseptische Abfüllung bieten, sondern Pharmaunternehmen auch durch Produktionstechnologien unterstützen, die wirtschaftlich effizient und effektiv sind.
Für die hochwertige aseptische Abfüllung von Medikamenten werden bislang weitestgehend zwei unterschiedliche Technologien eingesetzt: Isolatoren und Restricted-Access-Barrier-Systeme (RABS). Isolatoren gelten gemeinhin als die beste Lösung hinsichtlich des erreichbaren Sterilitätsniveaus. RABS ermöglicht hingegen einen schnelleren Produktwechsel und gilt als das flexiblere der beiden Systeme auf vergleichbarem Sterilitätsniveau.
Es ist davon auszugehen, dass internationale Arzneimittelzulassungsbehörden in Zukunft Grenzwerte fordern werden, die mögliche mikrobiologische Kontaminationen komplett ausschließen. Unternehmen, die mit Isolatoren arbeiten, können diese Vorgaben bereits jetzt großteils einhalten. Isolatoren müssen jedoch nach jeder Charge sowie nach jedem Produkt- und Formatwechsel umfassend dekontaminiert und neu vorbereitet werden, um sichere Abläufe zu ermöglichen. Dies zieht vergleichsweise lange Standzeiten nach sich. Produktionsanlagen müssen zukünftig jedoch schnell und flexibel produzieren können. Dekontaminationsprozesse und Rüstvorgänge rücken deshalb immer stärker in den Vordergrund.
Bewährte offene, passive RABS-Anlagen bilden die technische Grundlage des optimierten RABS-Konzepts. Sie verfügen über keine eigene Lüftungstechnik und werden über die Lüftung des Reinraums betrieben. Weil die Schutzeinhausung den Produktionsbereich nicht so geschlossen vor der äußeren Umgebung abgrenzt, wie es etwa bei Isolatoren geschieht, müssen RABS-Anlagen in höherklassige Reinraumklassen integriert werden.
Zwar ist das Sterilitätsniveau bei Isolatoren durch die automatische Dekontamination sicherer als bei herkömmlichen RABS-Anlagen mit manueller Desinfektion, doch dafür arbeiten Restricted-Access-Barrier-Systeme flexibler. Die hohe Flexibilität ist vor allem den kürzeren Standzeiten geschuldet.
Die Herausforderung ist also: eine Abfüllung, die sehr flexibel und zugleich sehr sicher ist. Eine mögliche Lösung ist daher eine Methode, die die Vorteile beider Technologien miteinander verbindet – das optimierte RABS-Konzept.
Die wesentliche Neuerung des optimierten RABS-Konzepts: Der Reinraum einschließlich des RABS wird vollautomatisch mit Wasserstoffperoxid (H2O2) dekontaminiert. Die Dekontamination kann nach jeder Charge erfolgen. Im Gegensatz zur Wisch- und Sprüh-Desinfektion schafft dieser Ansatz eine größere Absicherung vor mikrobiologischen Kontaminationen. Im Hinblick auf die Keimbelastung kann gleichzeitig eine höhere Sicherheit als im Isolator erreicht werden, da z. B. auch am aseptischen Rüstvorgang bei geschlossenen Bar-rieretüren festgehalten wird.




