Den idealen Partner in der Entwicklung einer solchen flexiblen Verpackungslösung fanden sie nach kurzer Suche in Multivac. Zusammen mit dem Schweizer Unternehmen entwickelte der Verpackungsmaschinenhersteller aus dem Allgäu eine Lösung, die die speziellen Anforderungen beim Verpacken in kleinen Losgrößen erfüllt. „Wir haben eine sogenannte Flex-Line geschaffen, die schnell und flexibel eingesetzt und auch als sichere Back-up-Lösung genutzt werden kann“, erklärt Torsten Kerbstadt, Senior Project Engineer Packing des Pharmaproduzenten.
Die zu verpackenden Produkte bezieht das Unternehmen vom Hauptkonzern, einem weltweit tätigen amerikanischen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller, zu dem es seit 1959 gehört. Zu diesem Zeitpunkt blickte der Betrieb bereits auf eine bewegte Vergangenheit zurück: In den ersten Jahren nach seiner Gründung hatte das Forschungsteam nicht nur ein Medikament zur Desinfektion der Nieren- und Harnwege entwickelt, sondern auch sechs neue pharmazeutische Präparate bis zur Marktreife gebracht. Direkt nach Kriegsende, also ab Mai 1945, begann dann der Export der bis dahin nur in der Schweiz verkauften Präparate. Die Einbindung in den US-amerikanischen Konzern ermöglichte schließlich den Zugang zu einer umfassenden Grundlagenforschung und damit eine stärkere Expansion. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 1200 Mitarbeiter und ist für den Konzern eine strategische pharmazeutische Entwicklungs- und Produktionsstätte.
„Die neue Verpackungsmaschine sollte einfach und intuitiv zu bedienen und die Umrüstzeiten so gering wie möglich sein“, beschreibt Torsten Kerbstadt die damaligen Anforderungen. Denn gerade für die Verarbeitung von Kleinserien ist ein einfacher, schneller und reproduzierbarer Formatwechsel wichtig. Es galt, die Feinjustierung nach dem Umrüsten minimal und somit die Zeit vom Ende einer Serie bis zum neuen Produkt so kurz wie möglich zu halten. Die Line Clearance ist dabei genauso wichtig wie die generelle Flexibilität der Maschine. Ebenso wurde ein autonomes Prinzip benötigt, welches bei Bedarf um weitere Komponenten erweitert werden kann.
Wie der Verpackungsprozess in Schaffhausen nun konkret aussieht, schildert Kerbstadt: „Normalerweise ist die Maschine mit einer Kettenführung auf beiden Seiten ausgestattet. Doch um im Folienformatbereich flexibler zu sein, wird die verwendete Hartfolie bei unserer Maschine über eine einseitige Kettenführung durch die Maschine transportiert. Das ist aufgrund der Steifigkeit der Folie möglich.“ Weitere Vorteile der Kettenführung sind das einfache Einfahren der Folie, das Leerfahren der Maschine auf Knopfdruck sowie die minimale Einstellzeit nach dem Folienwechsel.
Nach dem Vorheizen sorgt das Formwerkzeug mit Stempelverformung für eine gleichmäßige Ausformung und Dickenverteilung, vor allem an den kritischen Stellen. Für die empfindlichen und teuren Produkte spielt die Stabilität und präzise Ausformung der Packung eine sehr wichtige Rolle. Denn die einzelnen Komponenten müssen in der Packung stabil fixiert und zuverlässig geschützt werden.




