Pharmazeutische Hersteller sehen sich heute mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, zu denen auch der Zugang zu einer konstanten Stromversorgung gehört. Spannungsschwankungen, Netzausfälle oder kurze Unterbrechungen können den Betrieb pharmazeutischer Anlagen empfindlich beeinträchtigen. Kai Schumacher, Leiter Elektrotechnik bei Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co KG erklärt, wie wichtig ein durchdachter Notfallplan ist.
Herr Schumacher, elektrische Störungen können den Betrieb pharmazeutischer Anlagen erheblich beeinträchtigen. Welche Ursachen sehen Sie dafür?
Kai Schumacher: Elektrische Systeme sind sehr störanfällig – und das aus ganz unterschiedlichen Gründen. Dazu zählen etwa extreme Wetterereignisse, technische Defekte oder auch Bauarbeiten in der Umgebung. Die Folge können Spannungsschwankungen, Netzausfälle oder kurze Unterbrechungen sein – allesamt Risiken, die besonders in der pharmazeutischen Produktion erhebliche Auswirkungen haben können.
Was bedeutet das konkret für pharmazeutische Hersteller?
Schumacher: In unserer Branche ist eine konstante Stromversorgung essenziell. Besonders in der aseptischen Produktion arbeiten wir mit hochsensiblen Geräten, die in sehr engen Toleranzbereichen operieren. Selbst eine kurze Unterbrechung kann dazu führen, dass die Produktion gestoppt wird oder im schlimmsten Fall eine gesamte Charge verworfen werden muss. Laut dem DIHK-Energiewendebarometer 2024 war etwa ein Drittel der deutschen Industriebetriebe im letzten Jahr von Stromunterbrechungen betroffen – Unternehmen verlieren so zwischen 10 000 und 50 000 Euro im Durchschnitt, in einigen Fällen sind die Verluste über 100 000 Euro zu beziffern.
Welche Konsequenzen kann ein Stromausfall noch haben?
Schumacher: Neben der direkten Beeinträchtigung der Produktion können auch kritische Systeme wie Belüftungsanlagen oder Kühlaggregate betroffen sein. Das ist besonders problematisch, da die Einhaltung der sterilen Umgebung in Reinräumen zwingend notwendig ist. Ohne eine stabile Stromversorgung gefährden wir nicht nur unsere Effizienz, sondern auch die Einhaltung regulatorischer Vorgaben und letztlich die Patientensicherheit.
Wie ist Vetter auf solche Risiken vorbereitet?




