Beim sogenannten Bright Stock Manufacturing werden Medikamente in großen Chargen produziert, gleich bei der Entstehung individuell codiert, jedoch noch nicht verpackt und etikettiert. Erst später, ganz nach Bedarf, werden die Erzeugnisse wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt, wo sie kurz vor ihrer Auslieferung ein individuelles Produktetikett erhalten. Dabei muss sichergestellt sein, dass der Inhalt jeder einzelnen Flasche genau den Angaben auf dem jeweiligen Etikett entspricht. Speziell im Pharmabereich müssen die Inhalte jedes einzelnen Behältnisses mit 100-prozentiger Gewissheit bekannt sein, bevor die Verpackungsetiketten aufgebracht werden. Deshalb wird die während der Herstellung aufgebrachte Kennzeichnung (der Produktcode) kurz vor dem Anbringen des Verpackungsetiketts gelesen, um zu gewährleisten, dass die Flasche genau das beinhaltet, was später auf dem Etikett steht.
Oft ist es schwierig, eine gut lesbare Kennzeichnung auf Flaschen aus Hart-Polyethylen (HDPE) aufzubringen. Herkömmliche Beschriftungsverfahren, etwa mit einem CO2- oder Faserlaser, erzielen keinen guten Kontrast auf HDPE – infolgedessen sind die Codes nahezu unlesbar. UV-Laser können zwar eine dunkle Markierung erzeugen, jedoch ist es aufgrund vieler Unwägbarkeiten im Beschriftungs- und Leseprozess heute immer noch sehr anspruchsvoll, hohe Leseraten zu erreichen. Dies alles erschwert den Erfolg der industriellen Bildverarbeitung und der Just-in-time-Etikettierung.
FP Developments, ein Hersteller von Verpackungsmaschinen, hat bei einem bedeutenden Arzneimittelhersteller sieben Verpackungslinien installiert. In jeder Linie kommt eine Beschriftungsanlage des Typs 1371 zum Einsatz. Der UV-Laser dieser Systeme gibt jedem HDPE-Fläschchen gleich während des Abfüllens einen individuellen Code. Cognex-Bildverarbeitungssysteme überprüfen den Code, bevor das Produkt temporär eingelagert oder in der Produktion weitergegeben wird. Die Smart-Kameras der Serien In-Sight 5400 und In-Sight 5600 erkennen die relativ kontrastarmen, lasermarkierten Data-Matrix-Codes mit einer Leserate von 100 %. Während des Verpackens wird der Produktcode nochmal überprüft, erst danach wird das Etikett auf die Verpackung aufgebracht, um die komplette Rückverfolgbarkeit an allen Stationen in der Lieferkette sicherzustellen.
Bislang wurden Kameras angewendet, die von Rechnern gesteuert werden. Jedoch benötigen PC-basierte Vision-Systeme viel Zeit und Aufwand bei der Integration, zudem Expertenkenntnisse, z. B. für die Programmierung. Weiterhin erfordern sie die enge Einbindung der IT-Abteilung etwa für Software-Updates, Anti-Viren-Software und dergleichen. PC-basierte Systeme können recht teuer sein, zumal jedes Upgrade und jede neue Codierung eine grundsätzliche (auch rechtliche) Neubewertung des Verfahrens erfordern könnten.




