Der Ravensburger Pharmadienstleister Vetter, der auf die aseptische Abfüllung in Vials, Spritzen und Karpulen spezialisiert ist, hat einen Produktionsbereich mit einer hochverfügbaren, redundant ausgelegten Kälteanlage ausgestattet. In enger Zusammenarbeit mit Carrier entstand eine Lösung, die höchste Anforderungen an Regelgenauigkeit, Sicherheit und Effizienz erfüllt.
Konstante Klimabedingungen sind in der Pharmaproduktion eine grundlegende Voraussetzung, insbesondere bei der Zwischenlagerung und den End-of-Line-Kontrollen sensibler Medikamente. Carrier Klimatechnik hat bereits mehrere Projekte bei Pharma Vetter realisiert. So lag es nahe, dass der Pharmadienstleister auch dieses Mal den Anbieter intelligenter Energie- und Klimalösungen ins Boot holte. Carrier entwickelte eine Kälteanlage bestehend aus vier identischen Kaltwassersätzen vom Typ 30WG110 mit je 64 kW Leistung. In zwei hydraulisch getrennten Kreisläufen arbeiten jeweils zwei Maschinen im Verbund mit einem Sole-Luft-Rückkühler des Typs 09PE. Jeder Kühlkreis bildet eine autarke Einheit – ausgelegt auf höchste Betriebssicherheit und Effizienz. Um die Wege zusätzlich kurz zu halten, befinden sich die Prüfplätze direkt gegenüber der Kühlzellen. Dieses dezentrale Konzept gewährleistet die geforderte hohe Verfügbarkeit von 99,9 %. Bei einem Ausfall steht immer eine Backup-Anlage bereit, und es wird sofort automatisch umgeschaltet. Gleichzeitig ermöglicht die Kaskadierung einen energieeffizienten Teillastbetrieb.
Konzept mit passgenauem Schema
Das System erlaubt eine variable Vorlauftemperaturregelung zwischen -5 und -9 °C, was besonders bei wechselnder Auslastung von Bedeutung ist. Für die genaue Temperierung der Kühlräume wird eine konstante, trägheitsarme Vorlauftemperatur benötigt – nur so lassen sich die Kühlraumtemperaturen präzise und stabil regeln. Vetter hatte bereits vor Projektbeginn klare Vorstellungen – sowohl technisch als auch regelungstechnisch, beispielsweise beim Schallpegel und anderen Anlagenparametern. Auf dieser Basis entwickelte Carrier in enger Abstimmung ein passgenaues R+I-Schema und lieferte außerdem die gewünschte kundenspezifische Regelung.
Integrierte Steuerung
Die Steuerung der Kälteanlagen erfolgt über ein angepasstes WebCTRL-System, das von der Carrier-Tochter Automated Logic entwickelt wurde. Diese übergeordnete Regelung überwacht Kälte- und Kühlwassermengen, Leistungsdaten sowie Temperaturen – visualisiert auf einem lokalen Bedienpanel. Die Daten werden via Profinet direkt an Vetters Energiemanagementsystem übergeben. Es handelt sich hierbei um keine Standardversion, sondern um eine kundenspezifische Programmierung. Die Steuerung ist auch an das Energiemanagementsystem angebunden. Darüber hinaus werden die Werte zum Systemmonitoring, also zur vorbeugenden Instandhaltung genutzt. Carrier implementierte das interne Monitoringsystem bereits während der Inbetriebnahme. Nach Projektabschluss läuft das System autark – eine externe Kommunikation ist aus Sicherheitsgründen in der Pharmaindustrie nicht erlaubt. Der Betrieb erfolgt somit vollständig lokal und auf hohem Sicherheitsniveau.




