Die Durchlaufzeit beim Bau von Großprojekten ist für Unternehmen in der Anlagenplanung und im Anlagenbau ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Das gilt natürlich auch für die Pharmaunternehmen selbst. Denn je kürzer die Time-to-Market, desto früher amortisiert sich deren Investition. Mit der RLTR- Planungsmethode lassen sich die Durchlaufzeiten im Anlagenbau stark verkürzen. Bei einem Projekt aus der Pharmaindustrie waren es knapp 30 %.
Ein multinationales pharmazeutisches Unternehmen hat sich bei der Errichtung von Anlagen für die von der Düsseldorfer Unternehmensberatung Maexpartners entwickelte Methode „Radical Lead Time Reduction“, kurz RLTR, entschieden und unter deren Begleitung erfolgreich umgesetzt. So ist es mit dem Ansatz gelungen, die Errichtungszeit zu reduzieren sowie die Kosten zu senken. Bei bislang durchschnittlichen Durchlaufzeiten von mindestens zwei bis drei Jahren im Großanlagenbau und Projektvolumina von meist über 100 Mio. Euro hat das natürlich signifikante Auswirkungen.
Die Ausgangssituation des Kunden, der namentlich nicht in Erscheinung treten möchte, und dessen bislang praktiziertes Vorgehen beim Bau von Anlagen ist vergleichbar mit anderen Projekten. Das Unternehmen ist mit mehr als 100 Niederlassungen in über 60 Ländern vertreten und verfügt über ein sehr komplexes Lieferantennetzwerk. Die Schlüsselkomponenten beim Bau von Anlagen fertigt es entweder selbst oder mit der Unterstützung von Vertragspartnern. Hinzu kommen häufig weitere Subunternehmen. Die Abstimmung dieser drei Parteien und die Komplexität der Schnittstellen führen bei großen Komponenten mitunter zu einem instabilen Durchführungsprozess mit Nacharbeiten und Verzögerungen.
Vorgehen nach dem Push-Prinzip
Wie viele andere Wettbewerber und EPC-Anbieter (EPC; Engineering, Procurement and Construction) auch, praktiziert das Pharmaunternehmen beim Bau seiner Anlagen für Upstream-Prozesse bisher eine traditionelle rollierende Vorwärtsplanung: beginnend mit dem Engineering, gefolgt von der Beschaffung, Komponentenfertigung und Logistik bis hin zur Montage und dem Bau der Anlage. Auch wenn die Parallelisierung von Aktivitäten gängige Praxis ist, kann jede Folgephase stabil erst nach Abschluss der Vorphase angegangen werden. Dieses Vorgehen nach dem Push-Prinzip kostet sehr viel Zeit. Daher ist eine solche klassische Planung entweder schnell, dabei aber instabil und insofern mit Fehlern behaftet, oder zu langsam, dafür aber stabil mit geringen Fehlleistungskosten. Die Durchlaufzeit und Abwicklungsstabilität sind in der herkömmlichen Abwicklung damit immer diametral gegenläufig. Diesen Konflikt hat Maexpartners mit der RLTR-Methode aufgelöst.




