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    Das Ziel ist die flexible Nonstop-Produktion
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    Abfüllen, Verpacken & Kennzeichnen

    Das Ziel ist die flexible Nonstop-Produktion

    Auf fünf Linien füllt das Kölner Arzneimittelunternehmen A. Nattermann & Cie. flüssige Medikamente in Glas-, PET- und HDPE-Fläschchen mit einem
    Veröffentlicht
    15. Juli 2016
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Abfüllen, Verpacken & Kennzeichnen

    Ausgangspunkt des „Biocampus Cologne“, auf dem sich die Produktion befindet, ist die A. Nattermann & Cie. GmbH, ein Arzneimittelunternehmen mit einer über 105-jährigen Geschichte. Der Apotheker August Nattermann und der Kaufmann Rudolf Lappe gründeten in Köln die Firma. Von Anfang an lag der Schwerpunkt auf Phytopräparaten, also Arzneimitteln auf Pflanzenbasis. In Köln werden sowohl Solida-Produkte (Brausetabletten, Hart-Gelatine-Kapseln) als auch Liquida-Pharmazeutika hergestellt. Jährlich fertigen die 440 Mitarbeiter über 100 Millionen Packungen und verschicken sie in mehr als 60 Länder. Heute ist die A. Nattermann & Cie. ein Tochterunternehmen des französischen Pharmakonzerns Sanofi in Paris mit der Deutschlandzentrale in Frankfurt.

    Frank Hiebing ist verantwortlicher Projekt-Ingenieur für die Abfüllung von flüssigen Medikamenten, die auf fünf Produktionslinien abgefüllt werden. Im Team plante er die neue Linie komplett, verglich die Hersteller und sorgte für das Zusammenspiel der vielen Lieferanten und Schnittstellen. „95 % unserer Gebinde sind aus Glas, der Rest aus PET und HDPE. An der neuen Linie wollten wir eine deutliche Verbesserung bei der Leistung, möglichst ohne Unterbrechung rund um die Uhr produzieren können und sehr flexibel sein, wenn wir etwas umstellen müssen. Das waren auch die Kriterien für die Auswahl des Etikettiermaschinen-Lieferanten für Selbstklebeetiketten“, berichtet Hiebing. Nach intensiven Vergleichen und dem Besuch von mehreren Vergleichsanlagen entschied Nattermann sich für eine Maschine aus dem Hause Gernep.

    Geliefert wurde von Gernep nach Köln der Rundläuferetikettierer Soluta 16-1056-4SK-SD. Durch den runden Maschinentisch auf der Bedienerseite ist die Soluta nicht nur sehr platzsparend, sondern weist auch einen erheblich verbesserten Bedienkomfort auf. Mit dem optimierten Bedien- und Sicherheitsdesign ist die Baureihe ideal geeignet für Chemie, Pharmazie und Kosmetik. Eine einfache Bedienung durch eine maximale Zugänglichkeit bei Umrüstungen und gleichzeitig ein hoher Sicherheitsstandard sind die Kriterien, die neben der Funktionalität in den Vordergrund rücken.

    Durch die gefächerte Anordnung der bis zu neun möglichen Spenderaggregate ist jederzeit ein freier Zugang für die Bedienperson bei einem Formatwechsel oder Umrüstarbeiten möglich. Rationell und wirtschaftlich können auf engstem Raum (wegen des platzsparenden Rundläufer-Kompaktdesigns mit integriertem Schaltschrank) von einfachen bis zu maximalen Ausstattungen alle gebräuchlichen Gebindearten sowie Formgefäße aus Glas, PET, Kunststoff und Metall etikettiert werden. Zum anderen ist die Maschine mit einem Rundum-Sicherheitsschutzkonzept versehen. Eine maximale Maschinenverfügbarkeit wird gewährt durch die zuverlässige, vielfach bewährte SPS-Steuerung, ein Fernwartungssystem sorgt für zusätzliche Produktionssicherheit.

    Pharma

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    Abgefüllt werden bei Sanofi 300 Behälter in der Minute, folglich hat die Soluta-Etikettiermaschine eine Leistung von bis zu 18 000 Flaschen in der Stunde. Verarbeitet werden zylindrische Glasflaschen, sie erhalten ein partielles Rundumetikett. Die PET-Formflaschen bekommen je ein Vorder- und Rückenetikett. Die Behälter werden auf servogesteuerten Flaschentellern durch die Maschine geführt, die Etikettierung erfolgt im Nonstop-Betrieb. Dazu wurde die Maschine mit vier Selbstklebestationen – angetrieben von laufruhigen Servomotoren – ausgerüstet, die automatisch bei jeweils leerer Etikettenrolle umschalten. Aufgrund des Soluta-Maschinenkonzeptes kann die leere Station auch bei laufender Anlage einfach auf einem Schlitten aus der Maschine herausgezogen und mit einer neuen Selbstklebeetikettenrolle bestückt oder auf neue Produkte vorbereitet werden. Dies reduziert die Umrüstzeiten erheblich. Beim Herausziehen der Selbstklebestation fährt in der Maschinenverkleidung automatisch eine Klappe nach unten und verschließt das laufende System, so kann niemand versehentlich in die Maschine hineingreifen.

    Immer öfter kommen für hochwertige Produktausstattungen Selbstklebeetiketten zum Einsatz. Durch den Wegfall der bei Leimetiketten notwendigen Etikettenbehälter und Palettengarnituren können deutlich Kosten eingespart werden, verkürzen sich die Reinigungs- und Wartungszeiten. Hinzu kommen die hohe Druckqualität auf den Kunststoffetiketten und natürlich die Möglichkeit, Etiketten auch im No-Label-Look einzusetzen. Die Etiketten sind leicht und präzise durch eine 4/5-Wege-Verstellung zu positionieren, die Etikettenposition ist speicherbar und auf Knopfdruck bei einem Formatwechsel abzurufen.

    Das intelligente Einschlauf-, Führungs- und Spannrollensystem von Gernep garantiert die präzise Führung des Etikettenträgers bis hin zur präzisen Übergabe an den Behälter. Diese Etikettenübergabe ermöglicht eine punktgenaue Platzierung selbst in Flaschenvertiefungen oder auf -erhöhungen. Das Trägerband mit den Selbstklebeetiketten wird je nach Geschwindigkeit durch ein Zug- und Drucksystem zur Spendekante transportiert, lichtschranken- oder tastergesteuert über die Kante gezogen und präzise auf das Gebinde aufgebracht.

    Die nun etikettierten Behälter werden noch über ein Ink-Jet-Tintenstrahlsystem mit bis zu drei Zeilen an variablen Daten (Abfüll- und Verfallsdatum, Chargen-/Losnummer) bedruckt. Ob auch das richtige Etikett korrekt platziert und mit dem passenden Datamatrix-/Pharmacode bedruckt wurde, das kontrolliert und verifiziert ein System von zwei hochauflösenden Kameras. Diese wurden in den Maschinenkreisel integriert. Als fehlerhaft erkannte Behälter werden zu 100 % stehend am Auslauf der Maschine ausgeleitet.

    Das Steuerpult ist an einem Schwenkarm montiert. Die gesamte Maschinenführung erfolgt über einen Touchscreen. Die aktuellen Daten des Betriebsablaufs werden laufend angezeigt. Leistungsangaben, Parametereinstellungen und Störursachen erscheinen als Textfeld.

    Im Rahmen der Maschinendokumentation hat Gernep auch die in der Pharmabranche geforderten strengen Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt: Die Risikoanalyse beschreibt die Risikoerkennung und Einleitung von geeigneten Maßnahmen an der Maschine (beispielsweise Tür der Schutzverkleidung wird geöffnet, Maschine geht in Stopp); Erstellung des QPP (Qualifizierungsprojektplan definiert den Leistungsumfang und zeitlichen Ablauf des Projektes); Durchführung der IQ/OQ bei FAT und SAT. Die Installations-Qualifizierung (IQ) ist der dokumentierte Nachweis, dass die Anlage allen Anforderungen des Kunden entspricht, die Operations-Qualifizierung (OQ) dokumentiert, dass die Anlage wie geplant arbeitet und ordnungsgemäß funktioniert. IQ und OQ werden gemeinsam vom Kunden und dem Maschinenlieferanten bei der Werksabnahme (FAT = Factory Acceptance Test) und beim Endkunden nach der Inbetriebnahme (SAT = Site Acceptance Test) durchgeführt.

    „Wir sind hier in Köln innerhalb der Sanofi-Gruppe ein bedeutender Standort für flüssige Arzneimittel. Daher müssen wir sehr flexibel große Mengen an saisonal benötigten Produkten herstellen und abfüllen können. Die von uns gestellten Anforderungen an Flexibilität, Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Produktion ohne Unterbrechung erfüllt die Gernep-Soluta-Maschine voll. Wir sind daher mit der Maschine, aber auch mit der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit Gernep sehr zufrieden“, bilanziert Projektingenieur Frank Hiebing.

    www.prozesstechnik-online.deSuchwort: php0415gernep

    Geschäftsführer, Broesele PR

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