Ein Temperatursensor ist ein Messelement, das die thermische Zustandsgröße Temperatur in ein auswertbares elektrisches Signal überführt. In der industriellen Automatisierung dominieren vier Messprinzipien: Widerstandsthermometer (RTD) auf Basis von Platin-Messwiderständen wie Pt100 oder Pt1000 nutzen den temperaturabhängigen elektrischen Widerstand eines Leiters; Thermoelemente erzeugen gemäß dem Seebeck-Effekt eine thermoelektrische Spannung zwischen zwei unterschiedlichen Leitermaterialien; NTC- und PTC-Thermistoren sind temperaturabhängige Widerstände aus gesinterter Metalloxid-Keramik mit halbleitenden Eigenschaften und stark nichtlinearem Widerstand-Temperatur-Verhalten. Für berührungslose Messungen kommen Infrarotsensoren zum Einsatz, die die emittierte Wärmestrahlung eines Objekts detektieren. Auswahlkriterien sind Messbereich, Genauigkeit, Ansprechzeit, chemische Beständigkeit und der Einsatzort. Pt100-Elemente nach IEC 60751 sind aufgrund ihrer hohen Langzeitstabilität und Genauigkeit in der Prozesstechnik weit verbreitet. Thermoelemente decken durch ihre Konstruktion deutlich höhere Temperaturbereiche ab. Ausgangssignale werden häufig über Messumformer in standardisierte Signale (4-20 mA) gewandelt. Anwendungsgebiete umfassen Wärmebehandlungsanlagen, Kunststoffverarbeitung, HVAC, Lebensmitteltechnik und Energieversorgung.
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Temperatursensor
Sensorik & MesstechnikQuelle: wirautomatisierer-Redaktion