Ein Feldbus ist ein digitales, serielles Kommunikationssystem, das in der industriellen Automatisierung zur Vernetzung von Feldgeräten – wie Sensoren, Aktoren, Antrieben und Messumformern – mit übergeordneten Steuerungssystemen (SPS, DCS) eingesetzt wird. Im Gegensatz zur klassischen Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung ermöglicht ein Feldbus die Anbindung mehrerer Teilnehmer über ein gemeinsames Übertragungsmedium (Zweidrahtleitung, Lichtwellenleiter oder Koaxialkabel), was den Verdrahtungsaufwand erheblich reduziert. Die Kommunikation erfolgt nach festgelegten Protokollen, die Zugriffsmechanismen (z. B. Master-Slave oder Token-Passing), Adressierung und Datenformate definieren. Bekannte Feldbus-Standards sind PROFIBUS, DeviceNet, Foundation Fieldbus und CANopen; Modbus RTU ist ein weit verbreitetes serielles Protokoll, das jedoch nicht Teil von IEC 61158 ist – lediglich Modbus TCP wurde 2007 in diese Norm aufgenommen. Die Einführung der IEC 61158 hat zahlreiche Feldbus-Typen normativ erfasst; die zugehörigen Kommunikationsprofile werden ergänzend in IEC 61784-1 als Communication Profile Families geführt. Feldbussysteme bieten Vorteile hinsichtlich Diagnosefähigkeit, Parametrierung aus der Ferne und Reduzierung von Installationskosten. In modernen Anlagen werden klassische Feldbusse zunehmend durch Industrial-Ethernet-basierte Protokolle (normiert in IEC 61784-2) ergänzt oder ersetzt, bleiben jedoch in der Prozessautomation und im Anlagenbestand weit verbreitet.
F
Feldbus
Konnektivität & SchnittstellenQuelle: wirautomatisierer-Redaktion