Der Not-Halt (englisch: Emergency Stop) ist eine Sicherheitsfunktion an Maschinen und Anlagen, die bei Aktivierung durch das Bedienpersonal gefährliche Bewegungen und Prozesse schnellstmöglich unterbricht und die Maschine in einen sicheren Stillstand versetzt. Normativ geregelt ist der Not-Halt primär in der EN ISO 13850 (Gestaltungsleitsätze für Not-Halt-Einrichtungen) sowie ergänzend in der IEC 60204-1 (Elektrische Ausrüstung von Maschinen). Die IEC 60204-1 definiert drei Stopp-Kategorien: Kategorie 0 (sofortige Unterbrechung der Energiezufuhr, unkontrolliertes Stillsetzen), Kategorie 1 (kontrollierter Bremsvorgang mit anschließender Energieabschaltung) und Kategorie 2 (kontrollierter Halt ohne Energieabschaltung). Gemäß ISO 13850 und IEC 60204-1 darf der Not-Halt ausschließlich den Stopp-Kategorien 0 oder 1 zugeordnet werden; Kategorie 2 ist für Not-Halt-Funktionen normativ ausgeschlossen. Mechanisch ist der Not-Halt typischerweise als roter Pilztaster auf gelbem Untergrund ausgeführt und rastend, sodass er manuell entriegelt werden muss. Eine erneute Inbetriebnahme darf ausschließlich durch bewusste Quittierung möglich sein. Nicht zu verwechseln ist der Not-Halt mit dem Not-Aus (Ausschalten im Notfall), der eine eigenständige Funktion zur Beseitigung elektrischer Gefährdungen durch sofortige Unterbrechung der elektrischen Energiezufuhr darstellt. Anforderungen an die Sicherheitsarchitektur des Not-Halt-Kreises richten sich nach ISO 13849 (Performance Level) oder IEC 62061 (SIL). Typische Anwendungen sind Werkzeugmaschinen, Förderbänder und kollaborative Roboteranlagen.
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Not-Halt
Safety & SecurityQuelle: wirautomatisierer-Redaktion