Eine Sicherheits-SPS (Safety Programmable Logic Controller, Safety-PLC) ist eine speziell zertifizierte speicherprogrammierbare Steuerung, die sicherheitsgerichtete Steuerungsaufgaben in industriellen Anlagen übernimmt. Im Gegensatz zu Standard-SPSen verfügt sie über redundante Hardwarestrukturen, interne Selbsttests und diversitäre Prozessoren, um Einzel- oder Mehrfachfehler sicher zu erkennen und den Prozess in einen definierten sicheren Zustand zu überführen. Die interne Architektur folgt typischerweise dem Prinzip der 1oo2- oder 2oo3-Kanaligkeit (one-out-of-two bzw. two-out-of-three), ergänzt durch zyklische Diagnosetests. Sicherheits-SPSen werden als Subsysteme nach IEC 61508 auf Safety Integrity Level (SIL) 1 bis SIL 3 zertifiziert; im Maschinenbaukontext deckt IEC 62061 als sektorspezifische Anwendungsnorm die Bewertung von Sicherheitsfunktionen ab, in denen solche Geräte eingesetzt werden. Zugleich können sie die Anforderungen der ISO 13849 bis Performance Level e erfüllen. Typische Einsatzfelder sind Pressen, Roboterzellen, Förderanlagen und Prozessanlagen in der Chemie- und Öl-/Gasindustrie. Die Programmierung erfolgt über dedizierte Entwicklungsumgebungen mit integrierter Fehlerprüfung, wobei sicherheitsgerichtete Funktionsbausteine (z. B. nach PLCopen Safety) genutzt werden. Sicherheits-SPSen können mit Standard-SPSen über sichere Kommunikationsprotokolle wie PROFIsafe oder CIP Safety integriert werden.
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Sicherheits-SPS
Safety & SecurityQuelle: wirautomatisierer-Redaktion