Wegen ihrer Effektivität ist der Einsatz der Sprühtrocknung zur Herstellung von Trockenstoffen sehr verbreitet. Mittels elektrostatischer Sprühtrocknung lassen sich Wirkstoffe besonders schonend mikroverkapseln. Die im Polardry erzeugten Pulver sind in einer Vielzahl unterschiedlicher Branchen einsetzbar und weisen eine sehr gute Handhabbarkeit auf.
In herkömmlichen Sprühtrocknungsverfahren kann es infolge der hitzeintensiven Behandlung bei labilen Wirkstoffen zu Substanzverlust, Zustandsverschlechterung oder Denaturierung kommen. Die pulverförmigen Produkte aus dem Sprühtrockner weisen Partikelgrößen zwischen 50 und 250 µm auf. Produkte mit solchen Partikelgrößen haben häufig eine schlechte Wasserlöslichkeit und neigen zum Zerstäuben. Daher werden in herkömmlichen Sprühtrocknungsverfahren hergestellte Produkte in der Regel in einem zweiten Schritt agglomeriert bzw. granuliert, standardmäßig in Wirbelschichtaufsprühgranulatoren. Hier werden die sprühgetrockneten Partikel im Heißluftstrom verflüssigt und mit einer Bindelösung versetzt. Bei Kontakt zwischen den Partikeln und der Bindelösung bildet sich eine Flüssigkeitsbrücke, die es den Partikeln ermöglicht, aneinander zu haften. Die Partikel agglomerieren, wenn die Flüssigkeit verdampft. Dieser zusätzliche Prozessschritt ist zeit- und kostenaufwendig und birgt aufgrund der zweimaligen Wärmeexposition das Risiko weiterer Substanzverluste bzw. einer weiteren Zustandsverschlechterung.
Schonende Trocknung
Um diesem Umstand entgegenzuwirken hat Fluid Air, ein Tochterunternehmen von Spraying Systems, die elektrostatische Sprühtrocknungstechnologie Polardry mitentwickelt. Die Technologie macht es möglich, Wasser bei Temperaturen 90 °C, weit unter dem Siedepunkt von Wasser bei Normaldruck, zu verdampfen. Weiterhin entsteht während des Sprühtrocknungsprozesses ein Agglomeratprodukt. Beim Polardry-Verfahren werden wie bei der traditionellen Sprühtrocknung Flüssigkeitströpfchen zerstäubt und in einen Gasstrom gesprüht. Die Wärme wird aus dem Trocknungsgas auf die Flüssigkeit übertragen, um die Verdampfung des Lösemittels voranzutreiben. Sobald das gesamte Lösemittel verdampft ist, ist das Endprodukt ein trockenes, pulverförmiges Material.
Bei der traditionellen Sprühtrocknung gibt es zwei verschiedene Phasen der Trocknung: eine Phase mit konstanter Trocknungsgeschwindigkeit und eine Phase mit abnehmender Trocknungsgeschwindigkeit. Während der Phase mit konstanter Rate wird der größte Teil der auf das Tröpfchen übertragenen Wärme verwendet, um die Verdampfung des Lösemittels voranzutreiben. Die Lösemittelverdampfung kühlt das umgebende Trocknungsgas ab, die Tröpfchentemperatur bleibt konstant. Da immer mehr Lösemittel verdampft, steigt der Feststoffgehalt an der äußeren Schicht des Tropfens an, bis sich eine feste Hülle bildet. Es bildet sich ein Partikel mit einem festen, aber nassen Kern. Ab dieser Phase wird die Wärme aus dem Trocknungsgas als sensible Wärme auf den Partikel übertragen. Die Temperatur des Partikels wird erhöht, um das verbleibende Lösemittel aus dem Kern vollständig zu verdunsten. Dabei können eingeschlossene sensible Stoffe Schaden nehmen.




