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    Wie vernetzte Ecosysteme bei Pfizer die Effizienz steigern
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    Automation & MSR

    Wie vernetzte Ecosysteme bei Pfizer die Effizienz steigern

    Pfizer konnte durch ein vernetztes Ecosystem die Effizienz bei der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen enorm erhöhen.
    Veröffentlicht
    10. März 2025
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Automation & MSR

    In natürlichen Ökosystemen sind die einzelnen Spieler auf komplexe Weise miteinander verbunden und trotzdem herrscht im Ökosystem Effizienz und Widerstandsfähigkeit. Dieses Modell lässt sich auch auf Daten von Unternehmen übertragen, wie das Beispiel Pfizer zeigt. Durch die datenbasierte Zusammenarbeit verschiedener Stakeholder konnte das Unternehmen zusammen mit Biontech den ersten mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 in Rekordzeit entwickeln.

    Während der Covid-19-Pandemie standen das Pharmaunternehmen Pfizer und sein Partner Biontech unter dem enormen Druck, möglichst schnell einen mRNA-Impfstoff gegen das neue Virus zu entwickeln. Ziel war es, den komplexen Prozess der Entdeckung, Entwicklung und Herstellung eines neuen Impfstoffes zu beschleunigen und gleichzeitig die Dauer bis zur Markteinführung zu verringern. Die Voraussetzung dafür war eine effiziente Zusammenarbeit mit Lizenzinhabern, Vertragsherstellern, Geräteanbietern und Aufsichtsbehörden – auch über Unternehmensgrenzen hinweg.

    Um diese Herausforderung zu bewältigen, nutzte Pfizer ein cloudbasiertes Datenmanagementsystem. Dieses dient dazu, Prozessinformationen aus dem weltweiten Werksnetz zu sammeln, zu verwalten, zu standardisieren und zu kontextualisieren und so eine einzige, umfassende Datenquelle zu schaffen.

    Ökosysteme in der Natur als Vorbild

    In der Natur existieren einzelne Bäume, Pflanzen und Tiere nicht isoliert. Vielmehr bilden sie natürliche Ökosysteme und überlebenswichtige Gemeinschaften. Dieses Wunder des Lebens zeigt eindrucksvoll, wie vernetzte Systeme die Widerstandsfähigkeit und Effizienz erhöhen und gleichzeitig Wachstum und Innovation fördern. Angesichts der wachsenden Anforderungen in Bezug auf betriebliche Effizienz und Einhaltung von Vorschriften sollte sich die Pharmaindustrie davon inspirieren lassen. Denn wenn Lizenzinhaber, Vertragshersteller, Geräteanbieter und Aufsichtsbehörden über Unternehmensgrenzen hinweg digital vernetzt zusammenarbeiten, können sie einen kollektiven Wert schaffen und die industrielle Nachhaltigkeit unterstützen.

    Solch ein vernetztes Ecosystem unterstützt eine ganzheitliche End-to-End-Transparenz der gesamten industriellen Wertschöpfungskette. Es führt Daten aus verschiedenen Einheiten zusammen und setzt sie in einen Kontext, wodurch eine digitale und einheitliche Datenquelle entsteht. Da die Teams in jeder angeschlossenen Organisation bei Bedarf einen Überblick über alle industriellen Prozesse und Daten haben, können sie bessere und schnellere Entscheidungen treffen.

    Besonders die Entwicklung neuer Medikamente erfordert einen komplexen Einsatz von Gerätschaften, die sich oft in verschiedenen Einrichtungen auf der ganzen Welt befinden. Dadurch müssen alle Einheiten zwangsläufig in Silos arbeiten und Informationen zur Arzneimittelentwicklung mühsam austauschen. Ein vernetztes Ecosystem erweist sich hier als besonders sinnvoll.

    Pharma

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    Datenmanagement bei Pfizer

    Auch Pfizer setzte bei der Entwicklung des weltweit ersten mRNA-Impfstoffes gegen Covid-19 auf einen datenzentrierten Ansatz in Form eines Datenmanagementsystems in der Cloud. Aufgrund der Digitalisierung des Prozesses erhielten die Beteiligten bei Pfizer jederzeit und überall Informationen aus den verschiedenen Bereichen der Wertschöpfungskette für Impfstoffe. Das vernetzte digitale Ecosystem ermöglichte ein robustes Datenmanagement, standardisierte Formate und eine proaktive Kommunikation mit den Behörden. So konnte Pfizer schon während der Herstellung des mRNA-Impfstoffes Barrieren abbauen, die Effizienz steigern und dabei weiterhin nahtlos die Vorschriften der gesamten Wertschöpfungskette einhalten.

    Doch nicht nur die Zusammenarbeit aus der Ferne, sondern auch der Wissens- und Technologietransfer zwischen den Standorten wird durch ein digitales Datenmanagementsystem vereinfacht. So ermöglichen beispielsweise Lagerungsdaten aus Gefrierfarmen effiziente Qualitätskontrollen zur Integrität der Kühlkette. Ebenso kann die maschinelle Lernanalyse mRNA-Konzentrationen vorhersagen und die Echtzeitplanung ermöglicht kürzere Produktionszyklen.

    Das digitale Ecosystem hat die Ergebnisse der Gesundheitsversorgung in großem Umfang verbessert. Im Jahr 2022 ermöglichte es eine vernetzte Zusammenarbeit von etwa 79 000 Pfizer-Mitarbeitenden in 125 Ländern mit 15 Standorten und 45 Anlagen. Mehr als 1,4 Milliarden Menschen wurden mit Pfizer-Produkten behandelt. Allein die Bereitstellung von Impfstoffen gegen Pandemien konnte um das Fünffache gesteigert werden. Das Unternehmen wendet das erfolgreiche neue Verfahren inzwischen auf 104 Forschungs- und Entwicklungsprojekte an.

    Im Zentrum der digitale Zwilling

    Um die Forschung, Entwicklung und Markteinführung zu beschleunigen, hat Pfizer die Informationspools des Unternehmens in ein virtuelles, cloudbasiertes Modell in sein Labor integriert. Diese Lösung, ein sogenannter digitaler Zwilling, wird zu einem einzigen ,,Punkt der Wahrheit“. Echtzeit- und historische Daten aus dem gesamten Netzwerk lassen sich an einem Ort kontextualisieren und analysieren, wodurch das Unternehmen und seine Partner in der Lage sind, verschiedene Arzneimittelkombinationen und Prozesse zu einem Bruchteil der Kosten zu modellieren.

    Ein digitaler Zwilling kann nicht nur die Kosten für die Durchführung von Experimenten in vollem Umfang senken, sondern auch die Effizienz um bis zu 70 % steigern. Führungskräfte aus der Pharmabranche sehen in dem innovativen Prozess die Grundlage für eine Zukunft der kontinuierlichen End-to-End-Verarbeitung, bei der die Produktionskosten im nächsten Jahrzehnt um das Zehnfache sinken könnten.

    Vorteile durch vernetzte Ecosysteme

    Die Erfahrungen von Pfizer zeigen, wie Pharma-4.0-Technologien die gesamte pharmazeutische Lieferkette verändern. Sie ermöglichen die Zusammenarbeit zwischen internen und externen Akteuren und tragen dazu bei, eine stärkere und enger vernetzte Wertschöpfungskette zu schaffen. Diese verstärkte Zusammenarbeit beseitigt Informationssilos, schafft eine robustere Datenverwaltung und erleichtert die Anpassung an neue Vorschriften.

    Auch Führungskräfte aus dem Bereich Biowissenschaften berichten, dass Ecosystemmodelle im Vergleich zu herkömmlichen Geschäftsmodellen erhebliche Vorteile bieten können. Die Mehrheit (59 %) aller in der EY-Ecosystem Studie 2023 befragten Life-Sciences-Führungskräfte gibt an, dass diese Modelle die Effizienz steigern und Kosten senken. Ebenfalls mehr als die Hälfte (54 %) meint, dass sie zur Entwicklung neuer, gemeinsamer Produkte führen, während 55 % aussagen, dass der gemeinsame Ansatz Kreativität und Innovation fördert.

    Ausblick in eine vernetztere Zukunft

    Das Pharmaunternehmen Pfizer und sein Partner Biontech haben während der Covid-19-Pandemie gezeigt, welchen Unterschied eine Vernetzung in Form eines digitalen Datenmanagementsystems und digitalen Zwillings in der Pharmaindustrie machen kann. Durch die reibungslosere Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung steigt die Produktivität. Außerdem können die Teams den Zeitplan für das Projekt leichter einhalten. Konsistente und zuverlässige Ergebnisse verbessern die Kundenzufriedenheit und die Rentabilität steigt, da die Prozesse effizienter werden und weniger Ressourcen verbrauchen.

    Ähnlich wie in einem natürlichen Ökosystem, in dem alle Elemente harmonisch zusammenarbeiten, demokratisiert der Datenfluss in einem vernetzten Ecosystem die Entscheidungsfindung und verbessert die Zusammenarbeit und betriebliche Effizienz. Dadurch können Pharmaunternehmen künftige Herausforderungen strategisch angehen und schnell Lösungen finden.

    Aveva Group Ltd, Cambridge, UK

    Autor: Thomas McCarthy

    Industry Principal Life Sciences,

    Aveva

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