Eine langfristig starke pharmazeutische Industrie ist für die Gesundheitsversorgung und den Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung. Die vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, dass der Forschungs- und Entwicklungsstandort Deutschland im internationalen Bereich an Attraktivität verloren hat. Langjährige Analysen des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa) zeigen für Deutschland bei den von Pharmaunternehmen veranlassten klinischen Studien einen negativen Trend auf. Hinzu kommt die Empfindlichkeit der Lieferketten, wie die Covid-19-Pandemie verdeutlicht hat. Die Globalisierung und starker Kostendruck haben bei einer Vielzahl von Wirkstoffen und Arzneimitteln zu einer Abwanderung geführt. Während im Jahr 2000 ca. 30% der Wirkstoffproduktion zugelassener Arzneimittel in Asien erfolgten, waren es im Jahr 2020 bereits über 60%. Hauptproduzenten sind dabei China und Indien. Mit der aktuell beschlossenen Nationalen Pharmastrategie setzt sich die Bundesregierung dafür ein, dass die Rahmenbedingungen für eine starke, nachhaltige und international wettbewerbsfähige Pharmaindustrie in Deutschland verbessert werden.
vfa und VCI begrüßen Pharmastrategie
Mit der Pharmastrategie betont die Bundesregierung, dass die pharmazeutische Industrie als Schlüsselsektor und Leitindustrie der deutschen Volkswirtschaft für die Gesundheitsversorgung sowie für den Wirtschaftsstandort von großer Bedeutung ist. Dazu sagt vfa-Präsident Han Steutel: „Das Signal ist dringend notwendig, um hierzulande wichtige Innovationsaktivitäten zu stärken. Wir begrüßen die Strategie ausdrücklich. Die Pharmastrategie ist eine große Chance für den Standort Deutschland – für die Industrie, gesamtwirtschaftlich und für die Stärkung unserer technologischen Souveränität. Solch ein integriertes Konzept eröffnet nicht nur den Rahmen, die schleichende Abwanderung einer innovationsstarken Industrie zu stoppen, sondern zugleich Impulse für große Investitionsentscheidungen zu geben und Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Standorten auszubauen.“
Als ein gutes Signal für den Standort Deutschland bezeichnet auch der Verband der Chemischen Industrie (VCI) die vom Kabinett verabschiedete Pharmastrategie. Dazu VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup: „Mit ihrer Pharmastrategie legt die Bundesregierung einen ermutigenden Therapieansatz für den deutschen Pharmastandort vor und wird damit der Bedeutung der pharmazeutischen Industrie als existenzielle Schlüsselindustrie gerecht.“ Im Gleichen Atemzug jedoch mahnt Große Entrup, dass jetzt auch den Worten Taten folgen müssten, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche bei Forschung, Entwicklung und Produktion am Standort Deutschland wieder zu stärken. Klinische Prüfungen zu beschleunigen und zu vereinfachen, Synergien bei Überwachungsbehörden zu heben oder der forschungsfreundlichere Umgang mit Gesundheitsdaten seien hierfür wichtige und richtige Impulse.




