Sofern sie der erforderlichen Temperatur standhalten, müssen parenterale Medikamente einer terminalen Sterilisation unterzogen werden. Der Vorgang hängt jedoch von verschiedenen Parametern ab, die je nach Medikament und Primärverpackung variieren – was Pharmahersteller vor große Herausforderungen stellt.
Ob Heparinpräparate in Spritzen oder Infusionslösungen in Beuteln oder Flaschen: Alle parenteralen Injektionspräparate stellen hohe Anforderungen an die Sterilität. Selbst nach dem Abfüllen ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. Mögliche mikrobiologische Verunreinigungen müssen abgetötet oder inaktiviert werden. Ein weiterer Schritt ist also erforderlich, um die Sterilität der Produkte sicherzustellen: Wann immer möglich, fordern regulatorische Behörden, dass injizierbare Produkte abschließend sterilisiert werden, um die mögliche Kontamination durch menschliche Intervention auszuschließen und so die Sicherheit von Produkt und Patient zu gewährleisten.
Primärverpackung
Während primäre Glasbehältnisse den Temperaturen, die zur Erreichung der endgültigen Sterilitätssicherungsstufe erforderlich sind, standhalten, bergen vor allem Kunststoffbehältnisse einige Herausforderungen bei der Terminalsterilisation: Teilweise werden sie möglichst nahe an der Schmelztemperatur des Materials sterilisiert, um die Gesamtdauer der Sterilisation zu reduzieren. Zudem können Kunststoffbehältnisse während der terminalen Sterilisation bersten, sich verformen oder an Festigkeit verlieren. Dies hat negative Auswirkungen auf die Produktvalidierung und führt zu hohen Zeitverzögerungen sowie zusätzlichen Kosten für Hersteller. Daher ist es elementar, für alle Medikamente und Behältnisse die passende Methode zur Terminalsterilisation zu finden.
Tatsächlich gehört die Sterilisation zu den wichtigsten Vorgängen im gesamten Arzneimittelherstellungsprozess, da sie für die Patientensicherheit verantwortlich ist. Um sicherzustellen, dass das Produkt den Qualitätsansprüchen genügt, muss der Sterilisationsprozess streng kontrolliert werden; die Verfahren müssen sowohl den GMP-Anforderungen als auch der Sterilitätssicherung entsprechen.
Bereits während der Medikamentenentwicklung werden die erforderlichen Sterilisationsbedingungen für jedes Produkt ermittelt. Pharmahersteller müssen für jede spezifische Anwendung eines Medikaments entscheiden, welches Verfahren am besten geeignet ist.
Den optimalen Prozess definieren
Dabei gilt es, eine Reihe von Fragen zu beantworten: Welche Sterilisationstemperatur ist maximal zulässig, ohne die Wirksamkeit von temperaturempfindlichen Medikamenten und Behältnissen zu beeinträchtigen? Wie lange bleibt ein Produkt zwischen dem Abfüll- und Sterilisationsprozess stabil? Welches Material wird für die Primärverpackung verwendet? Welche Druckverhältnisse sind notwendig, um die Stabilität der Behältnisse zu bewahren?




