Für die Überwachung von Temperatur- und Feuchtewerten werden häufig autarke Messstellen in Form von Datenloggern eingesetzt, die in einem definierten Intervall Messwerte aufnehmen und diese speichern. Ab einer bestimmten Menge an Messstellen nimmt ein manuelles Auslesen der Messdaten viel Zeit in Anspruch und kann stark fehlerbehaftet sein. Noch komplexer wird es bei der Überwachung mehrerer Standorte und dem Zusammenfassen aller Messdaten, um gebündelt Rückschlüsse auf die Qualität der Prozesse und Bedingungen zu schließen. Eine standortübergreifende Organisation tritt vor allem in großen Unternehmen mit zentralen Verantwortungsbereichen auf. Die Gründe für die standortübergreifende Kontrolle sind:
- Qualitätsrichtlinie wird zentral von einer QS-Abteilung verfolgt
- Bündelung von Wissen
- Verringerung der Komplexität
- Kosten- und Zeitersparnis
Je mehr Standorte und Abteilungen in Eigenverantwortung Messdaten aufnehmen, sichern und auswerten, desto individueller werden die Ergebnisse. Zusätzlich kostet die dezentrale manuelle Analyse Kapazität und ist fehlerbehafteter als eine zentrale Auswertung. Eine standortübergreifende Lösung zur automatisierten Messung und Speicherung von Messdaten kann hier Abhilfe schaffen.
Zu den Herausforderungen bei der Einrichtung einer standortübergreifenden Lösung gehört, dass die Messtechnik miteinander kommunizieren muss, d. h. dass die verschiedenen Komponenten über einen zentralen Kommunikationsweg verbunden sein müssen. Dies kann sowohl die Kommunikation über das Internet, als auch über andere Wege sein, z. B. die Verwendung von VPN, falls ein Datenaustausch direkt über das Internet nicht möglich ist. Ein VPN (Virtual Private Network) bedient sich dem Internet nur als Transportmedium und schafft innerhalb dessen ein eigenes Netzwerk. Über dieses private Netzwerk können gezielt die Messdaten an eine zentrale Sammelstelle geschickt und dort gebündelt werden. Diese Sammelstelle ist meist ein Server, der als Datenbank fungiert. An diese Datenbank ist wiederum eine Software gekoppelt, die Einsicht in die Daten gewährt und Einstellungen erlaubt.
Je komplexer der Aufbau, desto mehr Personen aus unterschiedlichen Abteilungen und Standorten benötigen Zugriff auf das System. Wichtig dabei ist, dass jede Person genau die ihm zugewiesenen Bereiche kontrollieren darf und für diese die Verantwortung übernimmt. Es gibt Systeme mit einem eigenen Benutzermanagement und Systeme, die sich z. B. der Windows-Authentifizierung bedienen. Beide Systeme besitzen ihre Vor- und Nachteile. Vorteil eines eigenen Benutzermanagements ist die Flexibilität in der Ausführung. Es können beliebig viele Benutzer mit unterschiedlichen Rechten und Kennzeichnungen angelegt werden. Anders ist es, wenn sich das System der vorhandenen Windows-Authentifizierung bedient. Hier liegt der Vorteil vor allem in der Sicherheit und der Kontinuität, da die sonst frei angelegten Benutzer nicht realen Benutzern zugewiesen werden müssen. So besteht eine einheitliche Basis und eine direkte Zuordnung von Rechten.




