Ob Schmerzmittel, Hustenlöser oder Medikamente zur Behandlung des Magen-Darm-Trakts – der Einsatzbereich von Brausetabletten ist vielfältig. Nicht nur für Kinder, sondern besonders auch für ältere Menschen und Patienten mit Schluckbeschwerden oder empfindlichem Magen ist die Einnahme der wasserlöslichen Medikamente besonders angenehm. So viele Vorteile sie für den Verbraucher hat, so anspruchsvoll ist jedoch die Herstellung und Verarbeitung der hygroskopischen Darreichungsform. Brausetabletten reagieren von Natur aus höchst sensibel auf Luft, Licht und Feuchtigkeit. Zahlreiche aktive pharmazeutische Wirkstoffe (APIs) und Vitamine, die in den Rezepturen verarbeitet werden, sind zudem sehr hitzeempfindlich. Außerdem neigen die Tabletten aufgrund ihrer porösen Struktur zu Abrieb und Bruch. All diese Faktoren gilt es bei der Verarbeitung zu beachten. Die Tablettenpresse KTP 590X von Romaco Kilian ist für diese Anforderungen ausgelegt.
Schonend verpresst
Brausetabletten neigen naturgemäß zu Lufteinschlüssen und unerwünschtem Capping. Daher erfolgt ihre Tablettierung in drei Schritten. Der Einfachrundläufer Kilian KTP 590X wurde dazu mit drei Druckstationen ausgestattet. Die erste Druckrolle presst das Pulver lediglich leicht an, im zweiten Schritt erfolgt die Vorverdichtung und an der dritten Druckstation wird die Tablette mit Hauptdruck zum fertigen Produkt verpresst. Die Verwendung des Kilian-Werkzeugs 28/41 verlängert darüber hinaus die Druckverweilzeit, was zu höheren Tablettenhärten führt, da insgesamt mehr Zeit zum Entlüften bleibt. So wird verhindert, dass die Tabletten nachträglich aufplatzen.
Da Brausepulver hygroskopisch sind und sehr schlechte Fließeigenschaften haben, ist das Füllschuh- und Rührflügeldesign der Tablettenpresse so konzipiert, dass das Pulver gut einlaufen kann und sich gleichmäßig in der Matrize verteilt. Darüber hinaus kann sie mit Magnesiumstearat geschmiert werden, um zu verhindern, dass das Produkt an den Presswerkzeugen anhaftet.
Mit einem extern angeschlossenen Schmiermittelzuführsystem werden die Stempeloberflächen sowie Matrizenwandungen während des laufenden Prozesses besprüht. Das hat den Vorteil, dass das Schmiermittel nicht vorab ins Produkt gemischt werden muss. Für eine externe Schmierung wird deutlich weniger Material benötigt. Infolgedessen werden höhere Tablettenhärten erreicht, was die Produktqualität insgesamt verbessert. Zudem reduziert die externe Schmierung die Aushebekraft der Tabletten und schont daher auch Produkt und Maschine. Der Verbraucher dankt es dem Hersteller spätestens bei der Einnahme der Tablette. Mit einem externen System geschmierte Brausetabletten haben eine glattere Oberfläche, enthalten weniger Magnesiumstearat und hinterlassen keinen Fettfilm, wenn sie zum Trinken in Wasser gelöst werden.




