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    Strömungsmonitoring in Reinräumen
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    Branche & Markt

    Strömungsmonitoring in Reinräumen

    In Reinräumen der Klasse A, in denen das Produkt offen liegt und direkt mit Luft in Berührung kommt, gilt es, eine kontinuierliche, turbulenzarme
    Veröffentlicht
    08. Februar 2011
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Branche & Markt

    Der Autor: Rolf Bürssner, Leiter Vertrieb Unternehmensbereich Sensorik, Schmidt Technology, St. Georgen

    Ein Unternehmen, das sich GMP-konformen Techniken verschrieben hat, ist die Firma Neuberger aus Rothenburg ob der Tauber. Neben Hard- und Software zur Steuerung der Klimatisierung in Gebäuden liefert Neuberger speziell für die Pharmaindustrie ausgelegte Monitoringsysteme. Deren Aufgabe ist es, alle notwendigen Kennwerte des Reinraums wie Raumtemperatur, Raumfeuchte, Raumdruck, Partikelkonzentrationen und Luftströmung zu überwachen, zu visualisieren und zu archivieren. Einen besonderen Schwerpunkt bildet hier die Überwachung der in der Reinraumdecke installierten „Fan Filter Units“ (FFU), die permanent und unter ständiger Kontrolle sorgfältig gefilterte Luft zuführen. Dadurch wird gewährleistet, dass weder belastende Partikel an das Produkt gelangen noch kontaminierte Luft von außen in den Reinraum dringen kann. Diese turbulenzarme Verdrängungsströmung wird von Strömungssensoren erfasst, die Neuberger zusätzlich zur Filterüberwachung oder zur Drehzahlregelung der FFU einsetzt.

    In seiner Funktion zur Filterüberwachung überprüft der Sensor, ob bei der fest eingestellten Lüfterdrehzahl die Strömungsgeschwindigkeit stimmt oder sich aufgrund der zunehmenden Verschmutzung des Filters bereits verlangsamt hat. Im letzteren Fall muss entweder der Filter ausgetauscht oder die Drehzahl erhöht werden. In der zweiten Anwendungsvariante wird die vom Sensor gemessene Strömung direkt zur Drehzahlregelung der FFUs genutzt. In beiden Fällen ist die Genauigkeit des Sensors von essentieller Bedeutung. Ungenaue Ergebnisse würden eventuell zu einem unnötigen, verfrühten Filteraustausch führen. Eine unpräzise Regelung kann falsche Strömungsgeschwindigkeiten verursachen, sodass entweder der Luftaustausch unzulässig vermindert wird oder es zu unerwünschten Turbulenzen und Verschwendung von Energie kommt.

    Die GMP schreiben einen eng spezifizierten, zulässigen Arbeitsbereich für die Strömungsgeschwindigkeit vor 0,45 m/s mit einer zulässigen Abweichung von ±20 %, entsprechend 0,09 m/s. „Die von uns eingesetzten Strömungssensoren haben eine Messungenauigkeit von gerade mal 0,05 m/s“, berichtet Daniel Genzler von der Projektleitung Gebäudeautomation bei Neuberger, und hebt damit einen der vielen Vorzüge der Strömungssensoren 20.415 von Schmidt Technology hervor. „Die Messgenauigkeit war für uns ein wichtiger Punkt bei der Sensorwahl“, erklärt Genzler. Schmidt Technology garantiert diese nicht nur durch eine Werksbescheinigung gemäß der Norm EN 10204-2.1, sondern erstellt auf Kundenwunsch auch ein Kalibrierzertifikat gemäß DIN EN ISO 9001 im werkseigenen Präzisionswindkanal.

    Der SS 20.415 wurde eigens für den Einsatz im Reinraum GMP-gerecht designt. Das bedeutet einerseits, dass der Sensor nur glatte Oberflächen ohne Hinterschneidungen oder versteckte, verschmutzungsfördernde Hohlräume aufweist und sich dadurch leicht reinigen bzw. desinfizieren lässt. Andererseits wurden für die reinraumseitigen Montageteile nur geeignete Materialien wie z. B. Edelstahl eingesetzt, die beständig gegen gängige Reinigungsmittel wie Alkohol, Peressigsäure und Wasserstoffperoxid sind und im Falle von Edelstahl auch noch keimtötende Eigenschaften besitzen. Die robuste Konstruktion erlaubt es dem Anwender, neben den üblichen Bedampfungstechniken den Sensor auch manuell zu reinigen.

    Pharma

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    Eine weitere Besonderheit stellt die Verschmutzungserkennung dar. Sollte wider Erwarten das Sensorelement verschmutzen oder von etwas Reinigungsflüssigkeit benetzt werden, kann der Sensor nicht mehr korrekt messen und gibt ein Fehlersignal aus. Im Falle der Benetzung ist nach der Abtrocknung des Sensorelements die korrekte Funktion wiederhergestellt und der Sensor ist wieder betriebsbereit.

    Den Fehler signalisiert der SS 20.415, in Anlehnung an die Namur-Richtlinie NE 43 aus der Prozessindustrie, durch Ausgabe eines Wertes von 2 mA. Ansonsten übermittelt er die Messwerte als störunanfälliges 4…20 mA-Signal mit hoher Lineraritätsgenauigkeit, zwei weitere Pluspunkte des Sensors nach Meinung von Genzler. „Wenn 4 mA 0 m/s entsprechen und 20 mA 1 m/s, dann sollten auch die Zwischenpunkte dazu linear sein“, fordert der erfahrene Projektleiter. Genau diese Linearität gewährleistet der SS 20.415 – und zwar direkt und nicht wie einige andere Sensoren anhand einer Umrechnungstabelle.

    Ein weiterer Unterschied zu anderen am Markt erhältlichen Sensoren liegt in der sehr kompakten Bauweise des SS 20.415. Sie wird ermöglicht durch die Integration der Elektronik im Fühlerrohr, das mit seinen gerade mal 9 mm Durchmesser keine Turbulenzen in der Strömung erzeugt. Von Vorteil sind auch die beiden konstruktiven Varianten. Eine im 90°-Winkel gebogene Version kann direkt unter der Reinraumdecke befestigt werden, die gerade Ausführung eignet sich zur Montage an einer Wand. Zum schnellen und einfachen Ein- bzw. Anbau bietet Schmidt Technology hierfür ein umfangreiches Sortiment von Befestigungselementen an, die mittels Schweißen, Durchgangsverschraubungen oder zwei einfachen Schrauben an allen gängigen Deckensystemen montiert werden können. Nach Befestigung dieser Aufnahmemuffe und der Installation des Anschlusskabels im Grauraum, kann der Sensor einfach in die Universalaufnahme gesteckt und mit der Zentralschraube im gewünschten Winkel fixiert werden.

    Gerade bei der zweiten Anwendungsvariante, in der der Sensor mit der Steuerung verbunden ist, kommt Neuberger eine einzigartige Eigenschaft des Sensors zugute: die Fähigkeit, die Strömungsrichtung der Luft zu detektieren. „So können wir sicherstellen, dass die Überströmung von dem reineren in den unreineren Raum korrekt stattfindet“, erläutert Genzler die Polarität des Sensors, der damit wahlweise auch im Rückwärtsbetrieb messen kann. Die Rückwärtsmessung ermöglicht es dem SS 20.415, Strömungen über die gesamte Reinraumtechnologie hinweg zu erfassen. Dazu zählt die Volumenstrommessung in Zu- und Abluftkanälen oder für Coating-Anlagen.

    Online-Info www.pharmaproduktion.com/0111422

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