Der Autor: Rolf Bürssner, Leiter Vertrieb Unternehmensbereich Sensorik, Schmidt Technology, St. Georgen
Ein Unternehmen, das sich GMP-konformen Techniken verschrieben hat, ist die Firma Neuberger aus Rothenburg ob der Tauber. Neben Hard- und Software zur Steuerung der Klimatisierung in Gebäuden liefert Neuberger speziell für die Pharmaindustrie ausgelegte Monitoringsysteme. Deren Aufgabe ist es, alle notwendigen Kennwerte des Reinraums wie Raumtemperatur, Raumfeuchte, Raumdruck, Partikelkonzentrationen und Luftströmung zu überwachen, zu visualisieren und zu archivieren. Einen besonderen Schwerpunkt bildet hier die Überwachung der in der Reinraumdecke installierten „Fan Filter Units“ (FFU), die permanent und unter ständiger Kontrolle sorgfältig gefilterte Luft zuführen. Dadurch wird gewährleistet, dass weder belastende Partikel an das Produkt gelangen noch kontaminierte Luft von außen in den Reinraum dringen kann. Diese turbulenzarme Verdrängungsströmung wird von Strömungssensoren erfasst, die Neuberger zusätzlich zur Filterüberwachung oder zur Drehzahlregelung der FFU einsetzt.
In seiner Funktion zur Filterüberwachung überprüft der Sensor, ob bei der fest eingestellten Lüfterdrehzahl die Strömungsgeschwindigkeit stimmt oder sich aufgrund der zunehmenden Verschmutzung des Filters bereits verlangsamt hat. Im letzteren Fall muss entweder der Filter ausgetauscht oder die Drehzahl erhöht werden. In der zweiten Anwendungsvariante wird die vom Sensor gemessene Strömung direkt zur Drehzahlregelung der FFUs genutzt. In beiden Fällen ist die Genauigkeit des Sensors von essentieller Bedeutung. Ungenaue Ergebnisse würden eventuell zu einem unnötigen, verfrühten Filteraustausch führen. Eine unpräzise Regelung kann falsche Strömungsgeschwindigkeiten verursachen, sodass entweder der Luftaustausch unzulässig vermindert wird oder es zu unerwünschten Turbulenzen und Verschwendung von Energie kommt.
Die GMP schreiben einen eng spezifizierten, zulässigen Arbeitsbereich für die Strömungsgeschwindigkeit vor 0,45 m/s mit einer zulässigen Abweichung von ±20 %, entsprechend 0,09 m/s. „Die von uns eingesetzten Strömungssensoren haben eine Messungenauigkeit von gerade mal 0,05 m/s“, berichtet Daniel Genzler von der Projektleitung Gebäudeautomation bei Neuberger, und hebt damit einen der vielen Vorzüge der Strömungssensoren 20.415 von Schmidt Technology hervor. „Die Messgenauigkeit war für uns ein wichtiger Punkt bei der Sensorwahl“, erklärt Genzler. Schmidt Technology garantiert diese nicht nur durch eine Werksbescheinigung gemäß der Norm EN 10204-2.1, sondern erstellt auf Kundenwunsch auch ein Kalibrierzertifikat gemäß DIN EN ISO 9001 im werkseigenen Präzisionswindkanal.
Der SS 20.415 wurde eigens für den Einsatz im Reinraum GMP-gerecht designt. Das bedeutet einerseits, dass der Sensor nur glatte Oberflächen ohne Hinterschneidungen oder versteckte, verschmutzungsfördernde Hohlräume aufweist und sich dadurch leicht reinigen bzw. desinfizieren lässt. Andererseits wurden für die reinraumseitigen Montageteile nur geeignete Materialien wie z. B. Edelstahl eingesetzt, die beständig gegen gängige Reinigungsmittel wie Alkohol, Peressigsäure und Wasserstoffperoxid sind und im Falle von Edelstahl auch noch keimtötende Eigenschaften besitzen. Die robuste Konstruktion erlaubt es dem Anwender, neben den üblichen Bedampfungstechniken den Sensor auch manuell zu reinigen.




