Netzwerkfähige Remote-Monitore können direkt mit Servern Daten austauschen. Das spart Platz und Kosten für den früher üblichen PC je Monitorarbeitsplatz. Ein aktueller Trend in der Rechnerarchitektur von Prozessleitsystemen ist die Virtualisierung. Hier können viele PCs und selbst Server als virtuelle Maschinen auf wenigen, sehr leistungsstarken Servern ausgeführt werden. Das spart noch einmal Platz und Kosten, vor allem in größeren Prozesssystemen. Da es jetzt keine individuelle Video- oder Tastaturschnittstelle der einzelnen PCs mehr gibt, ist der netzwerkbasierte Zugang mit Thin-Client-basierten Remote-Monitoren und Remote-Desktop-Services-Protokollen wie RDP (Remote Desktop Protocol) überhaupt die einzige Möglichkeit, Bildschirmarbeitsplätze mit den Anwendungsprogrammen auf den virtuellen Maschinen zu verbinden. Werden in einer Produktionsanlage sowohl eine Prozesssteuerung als auch ein MES verwendet, besteht der Bedarf entweder nach einem Doppelmonitorsystem mit einer gemeinsamen Tastatur und Maus, oder auf einem einzigen Bildschirm wird per Tastenkombination zwischen den beiden Anwendungen auf verschiedenen Hostrechnern umgeschaltet. Hier kommen dann die erweiterten Möglichkeiten eines mit einem Thin Client bestückten Remote-Monitors zum tragen: Es können weitere, für die Prozessindustrie sinnvolle Funktionen in die Firmware des Remote Monitors integriert werden. Die Firmware RM Shell 4 der Visunet-Remote-Monitore von Pepperl + Fuchs beispielsweise bietet viele solche Zusatzfunktionen. Die intuitiv zu bedienende Menüstruktur in der touchscreenoptimierten Parametrieroberfläche bietet einem Inbetriebnehmer oder Administrator jeweils passwortgeschützt unterschiedliche Einstellmöglichkeiten. Der Remote-Monitor lässt sich z. B. so konfigurieren, dass er sich wie ein normaler Monitor verhält: Nach dem Einschalten sieht der Benutzer als erstes die Oberfläche der für ihn vorgesehenen Anwendung, z. B. den Login-Bildschirm der Prozessvisualisierung oder des MES, denn der Remote-Monitor hatte sich zunächst unmerklich im Hintergrund mit dem oder den vorher parametrierten Hostrechner(n) verbunden.
Eine Verbindungsunterbrechung während des Betriebs wird binnen weniger Sekunden vom Visunet-Remote-Monitor erkannt, ein Hinweis angezeigt und der Remote-Monitor kann sich selbstständig zu einem oder mehreren Ersatzrechnern im Netzwerk verbinden, ohne dass ein Servicekollege Hand anlegen muss, um die Bedienung der Anlage fortzusetzen.
In der Pharmaproduktion werden häufig auch Barcodeleser zur Produktidentifikation und manchmal RFID-Leser zur Bedieneridentifikation (gemäß FDA CFR21 part 11 oder EMA Annex 11) eingesetzt. Die Visunet-Monitore haben die entsprechenden Schnittstellen und können die Daten der angeschlossenen Identsysteme über die Netzwerkprotokolle an den Hostrechner zur weiteren Auswertung weiterleiten. Pepperl + Fuchs bietet hierzu eigene Identsysteme an, die Integration anderer Lesertypen erfolgt auf Projektbasis als anwenderspezifische Anpassung.




