Wenn die Ampulle vom Arzt geöffnet wird, hängt an deren Inhaltsstoff unter Umständen das Leben eines Menschen. Demnach gelten höchste Qualitätssicherungsvorgaben bei der Herstellung und Verpackung der Parenteralia, sprich steriler pharmazeutischer Zubereitungen für Injektionen oder Infusionen. Bei der Qualitätsprüfung steht zum einen die zuverlässige Detektion von Partikeln, Fasern und Splittern im Fokus, zum anderen die Erkennung kosmetischer und funktionaler Defekte der Ampullen und Fläschchen. Mit mehr als 115 Jahren Erfahrung im Anlagenbau für die pharmazeutische Industrie hat sich die Seidenader-Gruppe mit Standorten in Deutschland und USA weltweit einen Namen geschaffen. Die Seidenader Maschinenbau GmbH ist auf Inspektionslösungen für die Pharmaindustrie spezialisiert und bietet komplette Baureihen halbautomatischer und vollautomatischer Inspektionsmaschinen für Parenteralia an. Das Portfolio beginnt bei Tischmodellen für Kleinstserien und reicht bis zu Hochleistungsmaschinen mit Kamerasystemen und eigens entwickelten Bildverarbeitungsprozessoren für die Großserienproduktion.
Dieses Portfolio komplettiert jetzt eine neu konzipierte, automatisierte Inspektionsanlage, die in punkto Flexibilität auf kompaktem Bauraum Maßstäbe setzt und im Haus Seidenader ein konzeptionelles Novum darstellt: Im Kern der Seidenader RIM kommt mit dem Stäubli TX40 ein besonders kompakter und hochgenauer Roboter zum Einsatz. So steht das Kürzel RIM denn auch für roboterbasiertes Inspektionsmodul.
Der Vorteil der Roboter-Handhabung liegt eindeutig in der hohen Flexibilität. Nik W. Seidenader, Geschäftsführer der Seidenader Maschinenbau GmbH: „Unser Ziel war es, der Pharmaindustrie eine Inspektionsmaschine vorzustellen, die mannlos reproduzierbare Inspektionsergebnisse in kleinen Batches liefert. Es galt also, in einem kompakten Modul die Inspektionsparameter einer Produktionsmaschine abzubilden, sprich sehr flexibel mit verschiedenen Kamerastationen, Kamerablickwinkeln und Beleuchtungen zu inspizieren. Um das alles auf engstem Raum zu realisieren, gibt es keine Alternative zum Roboter.“
Die Liste der Inspektionskriterien für parenterale Pharmaprodukte und deren Verpackung liest sich lang. Sie reicht von bewegten und abgelagerten Partikeln, Fasern und Splittern in den pharmazeutischen Stoffen bis zum Füllstand. Dabei gilt es, sowohl flüssige, gefriergetrocknete wie auch opake Produkte zu inspizieren.
Die Inspektion auf kosmetische Defekte bei Ampullen fokussiert auf Abschmelzfehler, Schwarzbrenner sowie Risse in Seitenwänden und Böden, bei Vials auf Kappen- oder Bördelungsfehler. Diese Aufgabenvielfalt erfüllen die automatischen Inspektionsmaschinen in der Produktion von Seidenader über große Rundläufer, an denen eine Vielzahl von Kameras jedes Produkt aus verschiedenen Blickwinkeln inspiziert.



