Die Biontech-Mitgründer und mRNA-Pioniere Sahin und Türeci werden ihr drittes Biotechnologie-Unternehmen gründen – nach Ganymed Pharmaceuticals im Jahr 2001 und Biontech im Jahr 2008. Das Ziel des neuen mRNA-Unternehmen der nächsten Generation ist es, bahnbrechende Plattformtechnologien zu etablieren und die Erforschung und Entwicklung von mRNA-basierten Innovationen mit disruptivem Potenzial voranzutreiben. Biontecg plant, zum neuen Unternehmen entsprechende Rechte und mRNA-Technologien auf „Arm’s Length“-Basis beizutragen. Im Gegenzug wird Biontech eine Minderheitsbeteiligung an dem neuen Unternehmen erhalten, sowie weitere Zahlungen in Form von Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren. Gleichzeitig zielt das Vorhaben darauf ab, beiden Unternehmen Kollaborationsmöglichkeiten in Bezug auf Kombinationsansätze ihrer Produktkandidaten zu eröffnen, mit dem Potenzial, neue komplementäre oder synergistische Behandlungsstrategien zu entwickeln. Der Abschluss einer bindenden Vereinbarung wird bis Ende des ersten Halbjahres 2026 erwartet. Anschließend wird BioNTech weitere Informationen bekanntgeben.
Fokus auf spätklinischen Pipeline
Biontech selbst wird die strategische Ausrichtung stärker auf die Entwicklung und Kommerzialisierung ihrer wachsenden spätklinischen Pipeline richten, die innovative Immunmodulator-, Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (antibody-drug conjugate, „ADC“)- und mRNA-Kandidaten umfasst. Die bestehende klinische Pipeline, einschließlich der bekanntgegebenen Meilensteine, sowie das Covid-19-Impfstoff-Franchise bleiben von den Plänen des neuen Unternehmens unberührt. Biontech geht davon aus, bis Ende des Jahres 2026 15 laufende Phase-3-Studien im Bereich Onkologie zu haben. 2026 wird zudem das erste Jahr sein, in dem das Unternehmen mehrere Daten-Updates aus klinischen Studien der Spätphase in verschiedenen Krebsindikationen mit hoher Inzidenz erwartet. Die klinischen Studien und die daraus resultierenden Daten werden in wesentliche Entscheidungen BioNTechs zu behördlichen Einreichungen und möglichen Markteinführungen einfließen.
Ugur Sahin und Özlem Türeci werden bis Ende dieses Jahres in das Management ihres neuen Unternehmens wechseln. Biontechs Aufsichtsrat hat mit der Suche nach passenden Nachfolgerinnen bzw. Nachfolgern für die Positionen begonnen, um einen reibungslosen Übergang und eine konsequente Umsetzung der Strategie sicherzustellen.
„In den vergangenen 18 Jahren haben wir Biontech von einem Start-up zu einem globalen biopharmazeutischen Unternehmen mit einer starken und diversifizierten Pipeline aufgebaut. Während der Covid-19-Pandemie haben wir unser Engagement über die Onkologie hinaus erweitert und den ersten zugelassenen mRNA-Impfstoff entwickelt, der zum Schutz von Menschen weltweit beigetragen hat. Heute ist das Unternehmen sehr gut aufgestellt, seine Mission weiter voranzutreiben und sich zu einem kommerziellen Biopharma-Unternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu etablieren. All das wäre ohne das außergewöhnliche Engagement unserer Teams, das Vertrauen unserer Aktionärinnen und Aktionäre sowie des Aufsichtsrats und die Unterstützung unserer Partner nicht möglich gewesen. Für uns ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Übergabe des Staffelstabs vorzubereiten“, sagte Prof. Dr. Ugur Sahin, Chief Executive Officer und Mitgründer von Biontech. „Gleichzeitig wollen Özlem und ich ein weiteres Mal als Pioniere neue Wege beschreiten. Schon immer war es unsere Vision, Wissenschaft in Fortschritte für Patientinnen und Patienten zu überführen. Jetzt bietet sich die Chance, die nächste Generation bahnbrechender Innovationen zu erschließen.“
Negative Bilanz für Biontech im Jahr 2025
Angesichts weiter hoher Entwicklungskosten hat Biontech im Geschäftsjahr 2025 einen Milliardenverlust hinnehmen müssen. Er belief sich auf netto 1,12 Mrd. Euro. Das war deutlich mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr mit 665,3 Mio. Euro.
Der Umsatz der Mainzer kletterte 2025 demnach auf 2,87 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,76 Mrd.). Als Grund hierfür nannte Biontech Erlöse aus der Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb.
Für das laufende Jahr 2026 erwartet das Unternehmen, Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Mrd. Euro. Diese sollten die geplanten Forschungs- und Entwicklungskosten von 2,2 bis 2,5 Mrd. Euro ausgleichen.
„Unsere solide finanzielle Position treibt unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten voran und reduziert gleichzeitig deren Risiken, während wir uns auf mehrere Produkteinführungen in den kommenden Jahren vorbereiten“, sagte Finanzvorstand Ramon Zapata. Biontech, das in der Corona-Pandemie Milliarden mit seinem Corona-Impfstoff verdient hatte, entwickelt Medikamente auf mRNA-Basis gegen Krebs und andere Krankheiten. Bis 2030 wollen die Mainzer mehrere Zulassungsanträge für Onkologie-Kandidaten gestellt haben . (Quelle: Biontech/dpa)




