Der Autor: Ulrich Träger Geschäftsführer und Gesellschafter, Wilhelm Werner Reinstwassertechnik
Den Fokus bei der Wasseraufbereitung legte der Hersteller auf die Keimreduktion. Unter anderem galt es dabei, folgende Punkte zu berücksichtigen:
- Einhaltung der Grenzwerte HPW im Routinebetrieb plus Stillstandszeiten und umgehend nach erfolgter Desinfektion
- Leichte Reinigung und Desinfektion (Aufbereitung und Lager-und Verteilsystem)
- Werkstoff Edelstahl 1.4404/1.4435 für interne Verrohrung Anlage plus Lager- und
- Verteilsystem
- Solltemperatur Stichleitungen zum Desinfektor > 55 °C Produktionsbetrieb bzw. >80 °C zur Sanitisierung
Um die Wasseraufbereitungsanlage richtig zu dimensionieren, müssen die in den Produktionsprozessen tatsächlich benötigten Wassermengen zu Beginn der Planung quantitativ ermittelt werden. Das errechnete Anlagendesign sollte jedoch auch eine zukünftige Entwicklung des Unternehmens hinsichtlich Produktionserweiterungen berücksichtigen. Die bei VDW von Wilhelm Werner ausgeführte Anlagentechnik lässt auch noch nach Jahren eine Kapazitätserweiterung um 100 % zu.
In der Anlage werden zwei große Thermodesinfektoren mit heißem HPW versorgt. Hierfür wurde eine Ringleitung aus Edelstahl, Werkstoff 1.4435 im Orbitalschweißverfahren vom Standort der Erzeugeranlage über den Reinraum und wieder zurück zur Erzeugeranlage verlegt. Werkseitig war vorgesehen, die Thermodesinfektoren über einen längeren Schlauch – mit entsprechenden Toträumen – anzuschließen. Um die damit verbundenen Risiken zu vermeiden, erarbeitete man gemeinsam eine Speziallösung zur Sicherstellung der hohen Anforderungen hinsichtlich der mikrobiologischen Reinheit: Im Detail wurde der Vorlauf der Ringleitung in den unteren Bauraum des Thermodesinfektors eingefädelt und dann unmittelbar vor der eigentlichen Anschlussstelle ein pneumatisch angesteuertes Ventil integriert.
Um selbst zwischen diesem Ventil und dem Maschinenanschluss jegliche Kontaminationen auszuschließen, realisierten die Planer durch ein weiteres, pneumatisch angesteuertes Membranventil eine vollautomatische Entleerung dieser kritischen minimalen Stichleitung (System Block and Bleed). Damit ist die thermische Sanitisierung bis hin zum Maschinenanschluß im Gerät bei 85 °C sichergestellt. Unmittelbar vor Eintritt in den jeweiligen Thermodesinfektor wurde ein Probenahmeventil installiert, um auch hier eine repräsentative Aussage zur mikrobiologischen Qualität am POU zu erhalten.
Die Reject-SPlus-Technologie ermöglicht über einen der Reverse Osmose vorgelagerten Rezirkulationsbehälter mit integriertem thermischen Sanitisierungsmodul eine voneinander unabhängige Heißsanitisierung bei über 80 °C der einzelnen Aufbereitungsschritte: Enthärtungsanlage, Reverse Osmose, Membranentgasung, CEDI und Ultrafiltration.




