Bioconcept zählt zu den führenden Unternehmen in der Herstellung von Zellkulturmedien mit globalem Kundenstamm. Um das weitere Wachstum darstellen zu können, hat Bioconcept eine rund 1000 m2 große Produktionseinheit mit Lager- und Logistikraum erstellt. Da die Produktionsanlage Liquid II in die bestehenden Arbeitsabläufe integriert und zudem die vorhandene, kostenintensive Infrastruktur genutzt werden sollte, stand ein Neubau konzeptionell nicht zur Debatte.
„Das Ziel lautete, die neue Anlage räumlich eng an die bestehende Produktion und Logistik anzugliedern, indem wir eine Etage eines Bestandsgebäudes entkernen und neu ausstatten“, erläutert Martin Howald, CEO des Unternehmens. Konkret befindet sich die Anlage im 1. Obergeschoss unterhalb der Büros und oberhalb des Lagers. „Wir sind eine Firma mit kurzen Entscheidungswegen und benötigen Flexibilität. BC-Technology hat sofort verstanden, was wir tun und wie wir es tun“, berichtet Howald. Die Denkweise habe gepasst, und auch die Kommunikation habe selbst über die Distanz stets hervorragend geklappt. Henrik Böhm, Geschäftsführer von BC-Technology sieht durchaus Ähnlichkeiten: „Auch wir sind eine Firma mit schnellen Reaktionszeiten und kurzen Entscheidungswegen.“
In enger Zusammenarbeit wurde das Reinraumkonzept binnen weniger Monate unter der Projektleitung des Architekten Philipp Howald, Ralph Architektur und Design, umgesetzt. Zentrales Element der neuen Produktion ist dabei die automatische Abfüllanlage. Dieser Raum erfüllt die Anforderungen der Reinraumklasse A. Um diesen zentralen Raum herum befinden sich im Uhrzeigersinn weitere Funktionsräume: Mitarbeitereingang mit den entsprechenden Umkleide- und Waschräumen, Materialeingang, Trocknung, Sterilisation sowie Vorbereitungsräume und Zuführungsschleusen zur Abfüllanlage. Der Abfüllung folgen Verpackungs- und Logistikräume sowie die Ausgänge mit vorgelagerten Umkleiden für die Belegschaft.
„Alle Räume sind druckreguliert und in ihrer Gesamtheit als Druckkaskade angelegt“, erläutert BC-Projektleiter Horst Lang. Die sehr exakt geregelte Be- und Entlüftung ist angesichts der zum Teil kleinen Räume mit entsprechend geringer Kubatur von großer Bedeutung, um die geringen Druckunterschiede im Bereich weniger Pascal sicher zu gewährleisten. Insgesamt wird der Reinraumbereich der neuen Produktionsstätte mit 56 914 m3 Zuluft pro Stunde versorgt.
Zum Bau des Reinraumes wurde eine Zwischendecke in die bestehende Etage eingezogen. Die damit einhergehende Installation der Deckenkonstruktion erlaubte die Nutzung des modular aufgebauten Cleanoflex-Systems. Innerhalb der Rastermaße wurden die Wände gestellt sowie die Filter-Fan-Units (FFU) platziert. Um eine angenehme Situation mit im wahrsten Sinne viel Durchblick zu schaffen, prägen große Fensterflächen das Innenleben der Produktionsstätte. So wird ein Gefühl von Enge vermieden, „gleichzeitig ist die Belegschaft in die Lage versetzt, den Produktionsablauf zu überblicken und bei Bedarf schnell einzugreifen“, so Howald.




