Rührwerke, schräge oder konische Behälterböden und Turbulenzen machten die korrekte Füllstandmessung, insbesondere bei kleineren Behältern, bisweilen zu einem Geduldsspiel. Dank 80-GHz-Technologie ist die Radarmesstechnik nun auch in solchen Situationen prozesstauglich, wie ein führender indischer Hersteller biopharmazeutischer Prozesssysteme zeigt.
Wenn es um die Produkte der Kunden geht, kennt Adam Fabriwerk aus dem indischen Nashik keine Kompromisse. Das Unternehmen ist Spezialist für die Herstellung von Misch- und Verarbeitungssystemen für die biopharmazeutische, pharmazeutische und kosmetische Industrie. Antibiotika, Blutplasmaprodukte sowie Injektions- und Infusionslösungen gehören zu den Produkten, die in diesen Behältern hergestellt werden. Nach der Herstellung werden die Stoffe direkt an die Abfüllstationen weitergeleitet. Dabei stellt Adam Fabriwerk nicht nur die Behälter her, sondern stattet diese auch mit der nötigen Infrastruktur aus. Dies reicht von Magnetmischern über Puffer- und Lagerbehälter bis hin zu CIP-Modulen für Lyophilisatoren und Sterilisationsmodulen für die biopharmazeutische Industrie. Salbenverarbeitungssysteme und Systeme für orale Anwendungen ergänzen das Programm. Nicht nur die Behälter selbst müssen strengsten hygienischen Anforderungen entsprechen, auch alle Komponenten und insbesondere die Übergänge zu anderen Systemen. Dabei arbeiten die Entwickler eng mit ihren Kunden zusammen, auch wenn es darum geht, eine Anlage zu optimieren oder bei der Entwicklung einer neuen Rezeptur.
Füllstand exakt bestimmen
Eine besondere Herausforderung in den vergangenen Jahren war es, den Füllstand in den Behältern exakt zu bestimmen. Pharmazeutische Behälter sind, verglichen mit der Chemieindustrie, eher klein. Auch bei Adam Fabriwerk erreichen sie meist nur eine Höhe von 1,20 m. Bei der Messung des Füllstands kommt es daher auf jeden Millimeter an. Ebenfalls problematisch sind Magnetrührwerke, Turbulenzen, hohe Temperaturen zwischen 50 und 150 °C, unterschiedliche Geometrien der Behälterböden und Sprühkugeln während der CIP-Zyklen.
Natürlich kannte das Unternehmen die Vorzüge der Radarfüllstandmesstechnik. Schließlich ist die Messung nicht nur sehr genau, sondern sie misst unabhängig von Temperatur und Druck sowie der Dichte der Flüssigkeit. Darüber hinaus lassen sich die Messgeräte einfach und schnell montieren und in Betrieb nehmen. Wichtigster Aspekt bei pharmazeutischen Anwendungen, insbesondere angesichts der großen Rührwerke: Die Sensoren messen berührungslos.
Allerdings war die Radarmesstechnik bis vor zwei Jahren bei kleineren Apparaten und Behältern einfach nicht geeignet. So stellte die Blockdistanz des Sensors, die Größe und das Design der Antennen oder auch die Messunsicherheit am Behälterboden die Anwender immer wieder vor Schwierigkeiten. Eine weitere Herausforderung befindet sich im Inneren der Behälter: Naturgemäß nehmen Heizschlangen und Rührwerke im Verhältnis weitaus mehr Raum in einem kleineren Behälter ein, als es bei großen Apparaten der Fall ist. Eine Messung mit Radarmessgeräten war also äußerst schwierig bzw. aufwendig, da erhebliche Störreflexionen auftraten.



