Auch deutsche Unternehmen richten ihr Portfolio strategisch neu aus. Im Oktober gliederte Bayer seine Materialscience-Tochter unter dem Namen Covestro erfolgreich aus, um sich noch stärker auf den Lifesciences-Bereich zu fokussieren. Der Darmstädter Merck-Konzern bekam im November für die Übernahme des amerikanischen Laborausrüsters Sigma-Aldrich grünes Licht und stärkt damit seine Forschungssparte.
M&A-Aktivitäten im Wert von 74 Mrd. US-Dollar waren im vergangenen Jahr in der globalen Chemieindustrie zu verzeichnen. Dabei belief sich der Gesamtwert der zehn größten Transaktionen bereits auf 51 Mrd. US-Dollar, mehr als eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr. Der Gesamtwert der zehn größten, bisher nur angekündigten Transaktionen in 2015 vervierfachte sich sogar im Vergleich zum vorherigen Jahr auf 149 Milliarden US-Dollar. Ein ausschlaggebender Grund hierfür ist ein weiterer Mega-Deal. Dow Chemical strebt den Zusammenschluss mit DuPont für 62,1 Mrd. US-Dollar an. Die beiden Global Player ordnen ihre Produkt-Portfolios strategisch neu, indem sie sich zunächst zusammenschließen und dann in drei hoch spezialisierte Gesellschaften für die Bereiche Agrarchemie, Hochleistungsmaterialien und Spezialitätenchemikalien aufspalten. Diese Megafusion könnte auch zu einem Paradigmenwechsel im Agrarchemiegeschäft führen. Generell geht der M&A-Trend im Chemiesektor weg von den Basischemikalien hin zur Spezialchemie.




