Die Röchling Medical Solution SE fertigt maßgeschneiderte Verpackungslösungen für medizinische Füllgüter. Für die Herstellung der Hohlkörper aus Kunststoff setzt das Unternehmen unter anderem auf das Extrusionsblasformen. Bei diesem Verfahren spielt eine öl- und keimfreie Druckluft eine entscheidende Rolle, um die geforderte Qualität zu erreichen. Zum Einsatz kommen daher die wassereingespritzten Schraubenkompressoren Lento 110.
„Wir stellen Primärpackmittel für pharmazeutische Produkte unter modernsten Reinraumbedingungen in der Klasse GMP C und D her“, sagt Jürgen Neubauer. Er ist Manager Technical Building Equipment bei Röchling Medical in Neuhaus am Rennweg. „Das Gebäude für die Reinräume haben wir 2017 eingeweiht. Wir mussten hier am Standort unsere Fertigungskapazitäten erweitern, um auf künftiges Wachstum vorbereitet zu sein“, so Neubauer. 2016 hatte die Röchling-Gruppe ihre bis dato zwei Unternehmensbereiche Industrial und Automotive um die Sparte Medizin ergänzt. Schnell ergaben sich verschiedene Großprojekte. Das Unternehmen reagierte.
Rund die Hälfte der Waren exportiert Röchling Medical ins Ausland. Dazu gehören Verschlüsse, Messbecher, Tropfeinsätze und Ausgießer mit unterschiedlichen Dosiermöglichkeiten sowie verschiedene Behälter: „Wir können Fläschchen mit einem Fassungsvermögen von 2 ml und alle Abmessungen bis zu Kanistern mit 10 l oder auch größer herstellen“, erzählt Neubauer und zeigt auf die Maschinen, die Produkte in der Reinraumklasse GMP „C“ herstellt. Um die Hohlkörper zu fertigen, setzen wir unter anderem auf das mehrschichtige Extrusionsblasformen.“ Bei diesem Verfahren wird Kunststoff aufgeschmolzen und durch eine Düse gepresst. Es entsteht ein schlauchförmiger Vorformling, der in die bereitstehende Blasform übergeben wird. Durch einen erhöhten Druck passt sich dieser den Innenkonturen der Form an. Der Umformprozess erfolgt zusätzlich durch Blasluft im Werkzeug. „Wir können so auch Hohlkörper mit mehrschichtigem Wandaufbau herstellen“, sagt Neubauer. Entscheidend für die Qualität der Produkte: Mit der Blasluft dürfen keine Keime in das Material gelangen. Deshalb werden an die Reinheit der Druckluft besonders hohe Anforderungen gestellt.
Öl- und keimfreie Druckluft
Bis zum Neubau 2017 setzte Röchling Medical auf öleingespritzte Kompressoren. Um die Druckluft vom Öl zu befreien, war jede Anlage mit einer eigenen Aufbereitungskette aus Zyklonabscheider, Vorfilter, Trockner, Nachfilter und Aktivkohlefilter bestückt. „Trotzdem besteht bei öleingespritzten Maschinen jederzeit das Risiko einer Kontamination. Würde Öl in das Rohrleitungsnetz gelangen, könnte dies bei uns zu schwersten wirtschaftlichen Schäden führen“, weiß Neubauer. „Unser Ziel war es, Druckluftklasse 1 zu erreichen, gleichzeitig einen sichereren Betrieb zu ermöglichen und energieeffizienter zu arbeiten.“




