„Ich glaube, dass die Gesamttrends in der Industrie durchaus in Ordnung sind und dass auch wir gut aufgestellt sind“, betonte Mias. Er löst an der Firmenspitze Andreas Reisse ab, der in den Ruhestand geht. Reisse hatte Schott Pharma 2023 an die Börse gebracht. Das Unternehmen stellt unter anderem Spritzen aus Glas und Spezialglaskunststoff, Ampullen und Fläschchen für den Medizinbereich her, beschäftigt weltweit rund 4800 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von rund 986 Mio. Euro.
Premium-Produkte als Vorteil
Schott Pharma setzt u. a. auf das Portfolio mit High-Value-Solutions. Damit sind margenstarke Premium-Verpackungsprodukte und Dienstleistungen für die Pharmaindustrie gemeint, bei denen beispielsweise US-Zölle nicht das entscheidende Kriterium für den Markterfolg sind.
Für die Weiterentwicklung von Schott Pharma nennt Mias, der bereits mehrere Führungspositionen in dem Unternehmen innehatte, zwei Stoßrichtungen: „Innovation sowie Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit bezüglich Kosten“. Neue innovative Therapieansätze gehen häufig Hand in Hand mit spezifischen Anforderungen an die Aufbewahrungslösungen. An dem Punkt sieht der Manager Chancen, aufgrund der langjährigen Expertise der Mainzer.
Ein Beispiel sind großvolumige Spritzen für Arzneimittel. Ein anderes Beispiel sind Behältnisse für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, die müssen lichtundurchlässig sein. Bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten sollen Wirkstoffe der Chemotherapie mithilfe von Antikörpern gezielter an Krebszellen gebracht werden.
Grundsätzlich erwartet der neue Vorstandschef, dass der Trend zu ambulanten Behandlungen von Patientinnen und Patienten weitergeht. Wenn ein Patient nicht lange in der Arztpraxis verweilt, sondern sich ein Medikament zu Hause verabreichen kann, entlastet dies das Gesundheitssystem. Mias sieht auch einen Trend zur Regionalisierung, also zur Herstellung von Produkten in einzelnen Weltregionen. Damit kann Schott Pharma umgehen. „Wir sind in den zentralen Regionen aktiv und präsent, ob das Asien und China ist, ob das USA ist, oder Europa“, sagte er. Für den Standort Deutschland wünscht er sich einen konsequenteren Abbau von Bürokratie. „Es dauert einfach alles zu lang. Wenn in China in der Zeit, in der wir vielleicht eine Baugenehmigung erteilen, schon ein Gebäude steht, machen wir wahrscheinlich Dinge falsch.“ (Quelle: dpa)




