Geräte, Chemikalien und Reagenzien nach ihren Umweltauswirkungen bewerten
Das ACT-Label der Non-Profit-Organisation My Green Lab bewertet Geräte, Chemikalien und Reagenzien nach ihren Umweltauswirkungen über den gesamten Lebenszyklus. Dabei werden Punkte für die Performance in den Bereichen Produktion und Logistik, Ressourcenverbräuche in der Nutzungsphase sowie für die Art der Entsorgung vergeben und am Ende summiert. Je niedriger die Endsumme, desto geringer sind die gesamten Umweltauswirkungen.
Egnaton Cert, vergeben von Egnaton – Europäische Gesellschaft für Nachhaltige Labortechnologien –, bewertet Großgeräte in den fünf Kategorien Ökologie, Ökonomie, Humanfaktoren, Prozessqualität und technische Qualität. Neben Ressourcenverbräuchen werden u. a. Lebenszykluskosten, ‧Arbeits-und Gesundheitsschutz, technische Qualität des Produkts und das Vorhandensein eines Umweltmanagementsystems ‧bewertet. Je nach Erfüllungsgrad kann ein Gerät das Niveau Bronze, Silber, Gold oder Platin erreichen.
Kleine Änderungen mit großer Wirkung
Nicht immer muss es jedoch gleich eine Neuanschaffung sein. Parallel sollte man den Blick auf Routinen und Prozesse im eigenen Labor lenken. Auch hier können kleine Änderungen einen großen Impact haben, wie folgendes Beispiel eindrücklich zeigt: In ‧einem klinischen Labor, das routinemäßig Aminosäureanalysen durchführt, waren die dafür benötigten Geräte immer angestellt. Bei der Untersuchung des Prozesses stellte sich heraus, dass die eigentliche Analysezeit 15 h betrug. Allein durch die Reduzierung der Laufzeiten auf 15 h konnten 19 % an Energie eingespart werden, durch eine genauere Analyse der tatsächlich notwendigen Laufzeiten der einzelnen Geräte weitere 11 % – d. h., der Energieverbrauch konnte ohne Qualitätseinbußen um 30 % gesenkt werden. Dieses Beispiel zeigt, wie Routine- und Prozessanalysen dabei helfen können, ökonomische wie ökologische Einsparpotenziale aufzudecken.




