Im Zuge der Coronapandemie stehen Überlegungen zur Rückverlagerung von Produktionen ins Inland vermehrt in der Diskussion. Dafür sind jedoch Investitionen in neue Prozesstechnik, Software und Produktionsmaschinen notwendig, die darüber hinaus auch noch validiert werden müssen. Branchenspezifische Leasingmöglichkeiten könnten auch für Pharmaunternehmen eine Hilfe sein und ihnen eine alternative Finanzierungsstrategie zu Kredit oder klassischer Bankfinanzierung bieten.
Durch die Coronakrise wurde der Pharmaindustrie spürbar aufgezeigt, wie fragil das Konstrukt Globalisierung ist. Hat die Branche bislang die Vorteile der globalen Lieferketten genossen, so wurde der Störfaktor „Lockdown“ 2020 zweimal spürbar. In der Folge stehen Überlegungen zur Rückverlagerung von Produktionen ins Inland vermehrt zur Diskussion – auch hierzulande. Die Krux: Um auf die veränderten Produktionsbedingungen und schwankende Nachfrage zu reagieren, sind oft beträchtliche Investitionen in neue Prozesstechnik, Software und Produktionsmaschinen notwendig. Nun müssen aber gerade in der Pharmaindustrie Produktionsanlagen und Maschinen im Herstellungsprozess strengen Genehmigungsauflagen entsprechen. Da die zur Produktion angewandten Verfahren nach dem jeweiligen Stand von Wissenschaft und Technik zu validieren sind, bedeutet das bei Neuinvestitionen oft hohe Kosten. Durch die Coronakrise sind jedoch viele Unternehmer verunsichert und scheuen sich zu investieren. Schließlich ist Liquiditätssicherung das Gebot der Stunde. Und gleichzeitig stehen Unternehmen vor der Herausforderung, wettbewerbsfähig zu bleiben, um am Markt erfolgreich zu bestehen.
Anlagen oder Komponenten nicht klassisch zu finanzieren, sondern zu leasen, könnte ein Ausweg sein. Im Kernbereich der betrieblichen Investitionen lassen sich in un-sicheren wirtschaftlichen Zeiten mit Leasing entscheidende Liquiditätsräume schaffen und so unternehmerische Risiken verringern. Das zeigt schon die stetig steigende Leasingquote. Zwischenzeitlich werden mehr als 50 % der außenfinanzierten Investitionen über Leasing realisiert. Neben der unkomplizierten Abwicklung ist ein weiterer Grund die Bilanzneutralität von Leasing. Im Vergleich zu den klassischen Finanzierungen wie Bankkrediten wird die Eigen-kapitalquote nicht berührt. Die geleasten Maschinen und Anlagen tauchen weder auf der Aktiv- noch auf der Passivseite der
Bilanz auf.
Mehr wirtschaftliche Flexibilität
Leasing hat eine Vielzahl von Vorteilen: Ein wesentlicher Nutzen für Unternehmen in der Pharmaindustrie ist, dass hohe Anschaffungskosten entfallen. Dadurch wird das Eigenkapital der Firmen geschont, der Kreditrahmen bleibt unberührt und mit der vorhandenen Liquidität können andere Investitionen getätigt werden. Des Weiteren wird die finanzielle Belastung auf monatliche Leasingraten reduziert, sodass sie sich über die gesamte Laufzeit verteilt. So erhält ein Unternehmen größere wirtschaftliche Flexibilität und mehr Unabhängigkeit in Bezug auf andere Investitionsentscheidungen, z. B. im Bereich Forschung und Entwicklung oder Fortbildung der Mitarbeiter, welche nicht über Fremdmittel oder Leasing finanzierbar sind.




