Durch die Automatisierung und Digitalisierung löst der Produktionsfaktor Kapital, also Anlagen und Maschinen in Fabriken, zunehmend den Produktionsfaktor Arbeit ab. Weil automatisierte Anlagen und Apparate auch in der pharmazeutischen Produktion längst Teil des Arbeitsalltags sind, ist deren Instandhaltung ein strategischer Erfolgsfaktor. Das belegt eine Zahl sehr nachdrücklich: Bis zu 60 % der Produktionskosten in der Pharma- und Chemieindustrie hängen direkt (15 %) oder indirekt (30 bis 45 %) von der Effektivität der Instandhaltung und des Asset Managements ab. Nach Berechnungen der Conmoto Consulting Group auf der Basis aktueller statistischer Daten belaufen sich allein die jährlichen direkten Instandhaltungskosten der Branche in Deutschland auf 3,63 Mrd. Euro. Die durch technische Produktionsausfälle entstehenden indirekten Instandhaltungskosten liegen um den Faktor 3 höher bei ca. 10,9 Mrd. Euro pro Jahr.
Erheblicher Nachholbedarf
Im Bereich Instandhaltung und Asset Management haben die untersuchten Chemie- und Pharmaunternehmen im Vergleich zu anderen Industrien noch Nachholbedarf: Nach Conmoto-Auswertungen erreicht der Branchendurchschnitt im Vergleich zur Maintenance Best Practice nur 47 % Leistungsfähigkeit. Selbst das klassenbeste Unternehmen hat mit 70 % Instandhaltungsreife noch erhebliches Verbesserungspotenzial. Im Branchencluster Chemie und Pharma wurden insgesamt 67 unterschiedliche Betriebe in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, USA, Brasilien und Indien eingehend untersucht und von Conmoto optimiert. Darunter befanden sich sowohl börsennotierte Konzerne und Großunternehmen als auch mittelständische Unternehmen aus den Segmenten anorganische Grundchemikalien, Petrochemikalien, Polymere, Silikone, Fein- und Spezialchemikalien, Wasch- und Körperpflegemittel sowie pharmazeutische Grundstoffe. Die gute Nachricht: Die technische Weiterentwicklung bietet neue Möglichkeiten mit einer erheblichen Hebelwirkung, um die Effizienz der Instandhaltung zu erhöhen. Das Schlagwort ist hier Maintenance 4.0.
Zustandsorientierte Instandhaltung
Zu Maintenance 4.0 gehört auch die zustandsorientierte Instandhaltung – ein Handlungsfeld mit Potenzial: Der Anteil der Predictive Maintenance am Gesamtinstandhaltungsaufwand liegt heute im Industriedurchschnitt lediglich bei 2 bis 3 %. Die Risiko- und Rentabilitätsanalysen von Conmoto prognostizieren einen Anstieg dieses Anteils auf 10 % der Anlagenkomponenten bis zum Jahr 2021. Langfristig gehen die Instandhaltungsexperten sogar von 20 % aus. Getrieben wird die Entwicklung von den fallenden Kosten für Sensoren und Messtechnik sowie den verbesserten Algorithmen zur Verschleißfortschrittsprognose. Die Überwachung des Anlagenzustands wird so nicht nur einfacher, sondern vor allem auch billiger.




