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    KI hält Einzug in die Instandhaltung
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    Automation & MSR

    KI hält Einzug in die Instandhaltung

    Mit Senseye Predictive Maintenance von Siemens lassen sich Maschinen in der Produktion KI-gestützt überwachen und Abweichungen vom Normalzustand frühzeitig erkennen.
    Veröffentlicht
    07. März 2025
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Automation & MSR

    In vielen Betrieben wird rund um die Uhr produziert. Umrüstzeiten und die Auslastung der Anlagen können durch Manufacturing-Execution-Systeme (MES) optimiert werden. Ungeplante Stillstände können jedoch zu massiven Verlusten führen, gerade im Bereich der pharmazeutischen Industrie. Mit Senseye Predictive Maintenance lassen sich Maschinen in der Produktion KI-gestützt überwachen und Abweichungen vom Normalzustand frühzeitig erkennen.

    Viele Unternehmen setzen in der Produktion bereits auf eine vorbeugende Instandhaltungsstrategie. Dabei wird meist ein engmaschiges Wartungssystem aufgrund von Erfahrungswerten aufgebaut. Fiel beispielsweise eine Maschine im Abstand von vier Wochen aus – wird diese Maschine alle drei Wochen gewartet, unabhängig davon, ob sie noch eine Woche oder ein Jahr ohne Auffälligkeiten in Betrieb sein könnte. Durch diese Strategie wird ein Großteil ungeplanter Stillstände vermieden, wobei sie natürlich dennoch auftreten können, wenn sich die Maschine oder die darin enthaltenen Komponenten eben nicht an den Wartungszyklus halten. Zudem ist eine solche präventive Instandhaltungsstrategie ein immenser Kostenfaktor. Es wird viel Zeit aufgewendet, um Aggregate zu prüfen und zu warten, obwohl das Aggregat in einem einwandfreien Zustand ist. Hier kommt die künstliche Intelligenz in Spiel. Der Einsatz von KI-gestützten Systemen ermöglicht es, die Aggregate zu überwachen und nur dann zu warten, wenn es wirklich Sinn macht und das Aggregat eine merkliche Verschlechterung aufweist. Sowohl bei der reaktiven als auch bei der präventiven Instandhaltung, kann solch eine echte vorausschauende Instandhaltung bzw. Predictive Maintenance helfen, Kosten zu sparen.

    KI-gestützte Predictive Maintenance

    KI-gestützte Predictive Maintenance kann als Instandhaltungsstrategie in vielen Industrien umgesetzt und eingesetzt werden. In der pharmazeutischen Industrie ist der Nutzen besonders hoch, da ein ungeplanter Ausfall einen hohen Schaden nach sich ziehen kann – beispielsweise ein fehlerhafter Batch teurer Arzneiprodukte. Bei Tablettenpressen beispielsweise hilft die Überwachung der Drucksensoren bei der Vermeidung von Produktionsfehlern. Bei Sterilisatoren ist eine Früherkennung von Temperatur- und Druckabweichungen zur Sicherstellung der Sterilität sinnvoll. Und Bioreaktoren beinhalten viele Aggregate wie Pumpen, Ventile und Sensoren, bei denen eine Überwachung des Zustands dazu beiträgt, den Produktionsprozess stabil zu halten. Aber auch für Aggregate, die nicht direkt in den Produktionsprozess eingebunden sind, ist eine Überwachung sinnvoll, beispielsweise Lüftungssysteme, die die Reinraumbedingungen herstellen.

    Senseye Predictive Maintenance von Siemens unterstützt Unternehmen bei der Einführung einer vorausschauenden Instandhaltungsstrategie. Dabei nimmt die Softwarelösung die notwendigen Werte aus den Anlagen, Maschinen und Aggregaten auf und lernt anhand dieser Werte das normale Verhalten kennen – und dies voll automatisiert. Nachdem die Software das Aggregat kennengelernt hat, verlässt sie automatisch den Lernmodus und beobachtet die Werte voll automatisiert weiter. Tritt nun eine Abweichung von der Norm auf, generiert Senseye Predictive Maintenance einen sogenannten Case, der von der Attention Engine klassifiziert wird. Durch den von der Attention Engine generierten Attention Index erhält der Instandhalter die Information, auf welches Aggregat er sich vorrangig konzentrieren muss. Das spart Zeit und Kosten für Aggregate, die in Ordnung sind und erhöht die Anlagenverfügbarkeit.

    Pharma

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    Siemens Industrial Copilot gewinnt Hermes Award 2025

    GenAI unterstützt Mitarbeiter

    Senseye Predictive Maintenance kann auch für das aktuelle Thema Fachkräftemangel eine Lösung sein: Häufig verlassen erfahrene Instandhalter das Unternehmen in den Ruhestand. Die Folge ist, dass das Know-how verloren geht und neue erfahrene Mitarbeiter fehlen. Auch hier setzt Senseye Predictive Maintenance konsequent an. Durch die eigens für Senseye Predictive Maintenance entwickelte GenAI, dem Maintenance Copilot Senseye, wird der Mitarbeiter in seinen Tätigkeiten unterstützt. Senseye Predictive Maintenance sagt also nicht nur, dass ein Aggregat eine Auffälligkeit, einen Trend oder eine Anomalie zeigt, der Maintenance Copilot Senseye bereitet dies in lesbarer Form auf und zeigt dem Mitarbeiter mögliche Vorschläge auf, wo die Auffälligkeit ihren Ursprung hat. Zusätzlich kann der Mitarbeiter auch mit dem Copilot sprechen – ähnlich wie bei ChatGPT. Der Copilot greift dabei auf angelerntes Maschinenwissen sowie zunehmend auf bearbeitete Fälle im System zurück. Zusätzlich können dem Maintenance Copilot Senseye auch Dokumentationen, Handbücher und ähnliche Informationsquellen zur Verfügung gestellt werden. Damit der Copilot weiter lernt und versteht, wie der Mitarbeiter arbeitet und wie die Aggregate arbeiten, muss der Mitarbeiter Feedback zu den Fällen geben.

    Senseye Predictive Maintenance kann unterschiedlichste Datentypen verarbeiten wie Druck, Temperatur und Vibrationen. Dies macht die Software universell einsetzbar. Es lassen sich sowohl Aggregate in der Produktion als auch Maschinen in Verpackungsbereichen überwachen. Ebenso ist es möglich im automatisierten Lager die Regalbediengeräte oder Förderbänder zu überwachen.

    Woher kommen die Daten?

    Auf Nachfrage sind viele Anwender zunächst skeptisch. Aussagen wie: „Wir haben keine Daten“ werden gefolgt von Aussagen wie: „Da wir keine Daten haben, ist eine Änderung der Instandhaltungsstrategie zu teuer – ich muss Sensorik kaufen!“ Dabei verfügen Unternehmen in der pharmazeutischen Industrie eigentlich immer über ein Minimum an Daten, die für Predictive Maintenance genutzt werden können. Hier setzt Siemens mit einer ersten Beurteilung an. In einem intensiven Austausch erlangt man Kenntnis über die größten oder erkannten Probleme, d.h. welches Aggregat ein Bottleneck ist und überwacht werden sollte. Wenn das erkannt ist, wird geschaut, welche Informationen bereits vorliegen. Dabei stellt sich oft heraus, viele verwertbare Daten sind schon vorhanden. Da es sich bei Senseye Predictive Maintenance um eine cloudbasierte Plattform handelt, bleibt aber die Hürde der IT/OT-Integration. Insellösungen senden keine Daten an überlagerte Systeme. Häufig gibt es Sicherheitsbedenken. Diese Sorge ist in der heutigen Zeit nicht unberechtigt. Aber auch dieses Thema kann in einem Predictive-Maintenance-Projekt angegangen werden. So bietet Siemens schon seit Jahren Assessments im Bereich Cybersecurity an und kann komplette Hardware- und Softwarelösungen liefern, um einen gesicherten Datentransfer zu gewährleisten. Ein weiterer Vorteil einer eingeführten IT/OT-Integration ist, dass die Daten aus den Anlagen auch für andere Use Cases, wie Energiemonitoring, MES, OEE etc. genutzt werden können.

    Siemens AG, Nürnberg

    Autor: Andreas Dettmer

    Business Development Central Europe,

    Siemens

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