Die Nachfrage nach Tierarzneimitteln steigt weltweit – und mit ihr der Bedarf an besonders effizienten, hygienegerechten Herstellungsverfahren. Pflugscharmischer erfüllen die spezifischen Anforderungen gleich in mehrfacher Hinsicht, wie das Beispiel von Kautabletten für Hunde und Katzen zeigt.
Über 135 Mrd. Euro geben Heimtierhalterinnen und -halter weltweit für ihre Lieblinge aus. Allein in den USA sind es knapp 60 Mrd., in Westeuropa rund 30 Mrd. Euro pro Jahr und mit weiter steigender Tendenz. Ein wesentlicher Anteil dieser Ausgaben entfällt auf Tierarzneimittel (Quelle: Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland e.V.). Spezialisierte Hersteller reagieren auf diesen wachsenden Bedarf mit dem Ausbau ihrer Kapazitäten, nicht nur durch zusätzliche Anlagen, sondern vor allem auch durch immer effizientere Produktionsprozesse. Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt eine besonders weit verbreitete Darreichungsform: Kautabletten für Hunde und Katzen.
Mischprozess in zwei Schritten
Aus prozesstechnischer Sicht bestehen solche Kautabletten hauptsächlich aus trockenen Rohstoffen: In der Grundrezeptur werden einem Basisprodukt (z. B. Maisstärke oder Proteinpulver) pharmazeutische Wirkstoffe oder andere Zusätze beigemengt, etwa Vitamine oder Aromen. Als erstes Zwischenprodukt entsteht so eine pulverförmige Trockenmischung.
Nach dieser Vormischung erfolgt in einem zweiten Schritt die Zugabe und Einarbeitung von Flüssigkomponenten, z. B. von flüssigem Polymer (PEG bzw. Macrogol) oder von Ölen (z. B. Sojaöl oder Fischöl). Bei Raumtemperatur können diese Flüssigkeiten jedoch im Kontakt mit dem Mischer bzw. dem Mischgut vor ihrer vollständigen Verteilung aushärten bzw. kristallisieren. Deshalb muss sowohl der Mischer als auch die Trockenmischung zuvor temperiert werden. Üblicherweise wird sie auf etwa 50 bis 60 °C erhitzt, um die Verteilung der zugegebenen Flüssigkomponenten in der Trockenmischung zu optimieren. Nach dem Mischvorgang entsteht ein hochpastöser, marzipanähnlicher Teig. Er wird nach Entleerung des Mischers als Klumpen oder Teigstrang in eine Formmaschine überführt. Zuletzt werden die geformten Tabletten ausgebacken und verpackt.
Mischvorgang im Wirbelbett
Die beiden Mischschritte erfolgen hintereinander in derselben Maschine und im Batch-Betrieb. Die Pflugscharmischer FKM von Lödige Process Technology mit 600 bis 3000 l Nominalvolumen haben sich dabei bewährt. Sie arbeiten nach dem Prinzip des mechanisch generierten Wirbelbetts, das eine sehr gute Durchmischung gewährleistet. Die speziell entwickelten Schaufeln rotieren wandnah in einer horizontalen Trommel und erzeugen dabei das Wirbelbett. Der Prozess ermöglicht eine hohe Homogenität bei konstanter Reproduzierbarkeit.




