Heute werden in der Pharmaindustrie immer kleinere Chargen produziert, was den Bedarf an flexiblen Befüllungskonzepten mit wechselnden Wirkstoff/Packmittel-Konfigurationen weckt. Gleichzeitig kommen immer mehr hochwirksame Präparate auf den Markt, deren empfindliche Wirkstoffe, meist Biomoleküle, nur durch Lyophilisierung haltbar gemacht werden können. Insofern sind Pharmazeuten gefordert, auch den Gefriertrocknungsprozess zu optimieren.
Schott hat ein System abfüllfertiger primärer Pharmaverpackungen entwickelt, die in einer Nest-und-Tub-Konfiguration gehandhabt werden. Das Adaptiq-System kann aufgrund von standardisierten Abmessungen mit bestehenden Nestfüllanlagen, wie sie in der Spritzenabfüllung zum Einsatz kommen, verwendet werden. Die wesentliche Idee ist allerdings, dass die Fläschchen während des gesamten Füll- und Verarbeitungsprozesses im Nest verbleiben, sodass sie nicht umfallen können und es ebenfalls nicht zu Glas-zu-Glas-Kontakt kommt. Auch während der Lyophilisierung sollen sie nestweise gehandhabt werden. GEA hat das System getestet, um dessen Verhalten im und Eignung für den Gefriertrocknungsprozess zu prüfen. Dies erfolgte sowohl in einer Pilotanlage als auch in einer regulären Produktionsumgebung. Das Erkenntnisinteresse bezog sich in erster Linie auf
- den Vergleich der vorbereitenden Prozessschritte,
- die Handhabung des genesteten Systems beim Be- und Entladen,
- den Kapazitätsvergleich mit und ohne Nest,
- den Vergleich des Trocknungszyklus mit und ohne Nest.
- Normalerweise muss der Pharmazeut beim Gefriertrocknungsverfahren die Fläschchen und auch die Trays und Rahmen zunächst waschen und sterilisieren. Nach dem Prozess muss das Waschen und Sterilisieren der Trays und Rahmen wiederholt werden. Diese Prozessschritte entfallen bei genesteten Ready-to-use Vials. Die Vials werden in einer versiegelten Nest-und-Tub-Konfiguration geliefert. Zu diesem Zeitpunkt sind sie bereits depyrogenisiert, gewaschen und mit Ethylen Oxide Gas (ETO) sterilisiert. Diese Konfiguration wird dann in den Containment-Bereich gebracht. Dies kann ein offenes RABS (Restricted Access Barrier System) oder ein Sterilisationsbereich sein, mit beidem zeigte sich das System kompatibel. Im Containment-Bereich wird die Verpackung manuell oder automatisch geöffnet und das Nest herausgenommen.
Das Nest selbst besteht aus einer hochsteifen Wabenstruktur. Jedes Fläschchen wird am Hals durch den Druck von drei Haken in Position gehalten, ist aber dabei beweglich. Dadurch und weil der Boden der Fläschchen frei zugänglich ist, lassen sie sich für einzelne Prozessschritte von unten herausdrücken (sogenanntes De-Nesting). Mehrere Nestgrößen stehen zur Verfügung, von 2/4R (100 Vials pro Nest) bis zu 20/25/30R (25 Vials pro Nest). Für den Test wurden 2/4R-Nester verwendet.




