Für die Durchführung einer Dialysebehandlung wird u. a. ein flüssiges Säurekonzentrat benötigt, das ca. 85 bis 90 % Wasser beinhaltet. Behälter mit solchen Mengen Wasser sind nicht nur schwer zu transportieren, sondern der Transport ist kostenintensiv. Vor diesem Hintergrund setzt Holger Schwepe, Geschäftsführer der Nephtec GmbH, ein System ein, das die Dosierung und Abfüllung der einzelnen pharmazeutischen Rohstoffe in die Fässer automatisiert vornimmt. Erst kurz vor der Therapie und vor Ort beim Kunden wird das Wasser hinzugegeben.
Die Anforderungen an die Systemlösung sind hoch, schließlich sind nicht nur die exakte Dosierung der benötigten Rohstoffe, sondern auch das kontrollierte Auflösen der Dialysesalze für die Entstehung einer flüssigen Säure maßgeblich. Da bereits kleinste Toleranzen für den Patienten lebensbedrohliche Konsequenzen haben können, ist es das erklärte Ziel, diese auszuschließen. Die Anlage muss unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Zum einen muss sie durch den Mitarbeiter verwechslungssicher bedient werden können. Zum anderen müssen hygienische Anforderungen erfüllt werden, die auch der FDA entsprechen.
Entwicklung des Prototyps
Mit der Wegen GmbH holte sich der Unternehmer einen Partner an Bord, der sich auf die Entwicklung von flexiblen Systemlösungen für den Anlagen- und Waagenbau spezialisiert hat. Die flexiblen, FDA-konformen Komponenten überzeugen durch ihre technische Beschaffenheit, die einerseits die Anhaftung pulverförmiger Schüttgüter verhindert, Toträume ausschließt sowie zusätzlich eine leichte und rückstandslose Reinigung bietet. Den professionellen Dreiklang erzielte Schwepe durch die Integration des Opdenhoff-Automatisierungssystems OPDwin. OPDwin steht für die optimale Prozessdarstellung und setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Gemeinsam wurde schließlich ein Prototyp der Anlage entwickelt.
Lückenlose Rückverfolgbarkeit
Die Systemlösung für Nephtec aus dem Hause Opdenhoff speichert nun von der Anlieferung über den Lagerort, der Rezeptur bis hin zum Endprodukt alle Prozessschritte. So kann noch nach zehn Jahren überprüft werden, bei welcher Charge welche Rohstoffe in welcher Dosierung verwendet wurden. Parallel zur Verwiegung und Verarbeitung von Salzen stellt die exakte Dosierung dieser eine Herausforderung dar, denn sie sind stark hygroskopisch und können dadurch unterschiedliche Gewichts- sowie Fließeigenschaften aufweisen. Eine Abweichung hat weitreichende Folgen, denn die Charge wird dann nicht zugelassen. Exakt hier greift OPDwin ein und stellt eine konstant hohe Qualität sicher. Nephtec bekommt von dem behandelnden Dialysearzt die exakte Rezeptur mitgeteilt, woraufhin das Rezept im System hinterlegt wird, der Mitarbeiter das jeweilige Rezept auswählt und die genauen Rohstoffmengen zur weiteren Verarbeitung befördert werden.




